Wie gefährlich ist Hamburg für Frauen?

Schon wieder erhitzt ein dramatischer Fall die Gemüter: Eine junge Frau wurde auf der Großen Freiheit vergewaltigt. Die schreckliche Tat ist eine von vielen in der Hansestadt. Wie gefährlich ist es hier für Frauen?

Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der sexuellen Übergriffe in Hamburg ist seit Jahren leicht rückläufig. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik kam es in Hamburg im vergangenen Jahr insgesamt zu 1321 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 2006 waren es noch 1501.

Die Anzahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen wird in der Kriminalstatistik gesondert aufgeführt. Demnach wurden vergangenes Jahr 145 Übergriffe in Hamburg registriert – 117 vollendete (80,7 Prozent) und 28 versuchte (19,3 Prozent) Vergewaltigungen. 2006 waren es 279 Fälle.

Zwei Drittel der Taten des vergangenen Jahres konnte die Polizei aufklären. Sie ermittelte 99 Tatverdächtige. Fast jeder zweite (45,5 Prozent) war kein deutscher Staatsbürger, der Anteil stieg zuletzt leicht an. Insgesamt ist knapp jeder sechste Hamburger Ausländer.

Seit Januar 2016 werden erstmals Asylbewerber gesondert erfasst. Sie machen 2,8 Prozent der Bevölkerung aus, bestehen aber größtenteils aus jungen Männern. Laut einer parlamentarischen Anfrage der CDU wurden von Januar bis Oktober insgesamt 659 Verdächtige bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ermittelt, davon 39 Flüchtlinge (rund sechs Prozent). Bei den schweren Sex-Taten Vergewaltigung und Nötigung steigt der Anteil der Flüchtlinge (10) unter den Verdächtigen (84 insgesamt) auf rund zwölf Prozent.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) fordert schon lange eine schärfere Abschiebepraxis seit den Silvesterübergriffen vor allem von Marokkanern und Tunesiern. Doch das scheitert immer wieder, auch in Hamburg. Ein Grund ist, dass die Herkunftsstaaten sich querstellen und nicht bereit sind, ihre Bürger wieder aufzunehmen. Häufig fehlen wichtige Papiere aus den Herkunftsländern. Erfahrungsgemäß tun sich die sogenannten Maghreb-Staaten (Marokko, Tunesien, Algerien) äußerst schwer damit, die Papiere auszustellen. Zwar bessert sich die Situation langsam, doch häufig verweigern die Länder die Rücknahme.

Quelle: MOPO

Foto: dpa

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