“Schaute verführerisch”–Taxler vergewaltigte Frau

Eine 23-Jährige ließ sich nach einer Party von einem Taxi nach Hause fahren. Der Lenker fiel über sie her. Vor Gericht beschuldigte er dann das Opfer.

Es ist der Alptraum jeder Frau: Für den Weg nach Hause wählt man extra das vermeintlich sicherste Verkehrsmittel: Das Taxi – doch der Fahrer fährt nicht zur ausgemachten Adresse, sondern hält das Auto auf einem uneinsichtigen Parkplatz und vergewaltigt seine Kundin. Für eine 23-jährige aus Groß- Enzersdorf (NÖ) wurde das in der Nacht von 14. auf 15. Dezember nach ihrer Firmen-Weihnachtsfeier schreckliche Realität.

Eindeutige Spuren am Opfer

Ein 37-Jähriger Taxi-Lenker sollte sie aus Wiener City nach Hause bringen. Kurz vor der Ankunft stoppte er den Wagen auf einem Parkplatz, verriegelte die Türen und fiel über die wehrlose Frau auf der Rückbank her. Am Opfer konnten später Sperma-Spuren des Taxi-Fahrers nachgewiesen werden. Trotzdem bestritt dieser am Mittwoch am Wiener Landesgericht den Vorwurf der Vergewaltigung, behauptete die Kundin sendete ihm zuvor sexuelle Signale.

“Sie sendete mir Signale”

“Ich hatte das Gefühl, dass sie sich verwöhnen lassen will”, so der österreichische Staatsbürger, der 2009 aus dem Iran mit Schleppern ins Land reiste und hier Asyl bekam. “Sie hat mich während der Fahrt mit solchen verführerischen Augen angeschaut. Dort wo ich herkomme, bedeutet das, dass sie was von mir will”, erklärte er dem ungläubig dreinblickenden Richter und der erbosten Staatsanwältin.

Audio-Nachrichten erschüttern

“Vielleicht weil sie den Fahrtpreis von 30 Euro nicht bezahlen wollte, machte sie mir schöne Augen”, behauptete er. Der Staatsanwältin platzte der Kragen: “Das ist eine Verhöhnung des Opfers”, polterte sie. Im Gerichtssaal wurden Audio-Nachrichten, die das Opfer unmittelbar nach dem Vorfall an ihre Freundinnen sendete vorgespielt. Nach Atem ringend flüsterte sie unter Tränen in ihr Handy: “Ich wurde vergewaltigt! Es geht mir so schlecht. Es ist so schrecklich!”

Urteil: Drei Jahre unbedingte Haft

Das Opfer muss nach dem Trauma in psychische Behandlung, kann nächtelang nicht schlafen und leidet unter Angst-Attacken. Der Taxi-Fahrer stimmte zumindest ihrer Forderung nach 1300 Euro Schmerzensgeld zu. “Ich bin nicht Jesus und habe gesündigt, weil man keinen Sex vor der Ehe haben darf”, sagte der Single-Vater einer 8-Jährigen. “Das ganze war nach 30 Sekunden schon vorbei”, sagte er. Kurz vor der Urteilsverkündung gestand er seine Schuld dann doch noch ein “Es tut mir leid”. Doch der Richter urteilte hart. Drei Jahre Gefängnis, nicht rechtskräftig.

https://www.heute.at/s/taxifahrer-vergewaltigte-23-jaehrige-auf-der-rueckbank-100107297

Foto: Heute.de

 

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