Vergewaltigung am Neujahrstag: Ermittlungen gegen Flüchtling vor dem Abschluss

Am Neujahrstag 2017 ist eine 46-Jährige in einem Hauseingang vergewaltigt worden. Die Ermittlungen gegen einen 24-jährigen Flüchtling aus Pakistan, der von München aus zur Silvesterfeier nach Regensburg gefahren ist, stehen vor dem Abschluss.

Es ist wohl das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann: Arglos nach der Arbeit – Nachtschicht ausgerechnet an einem Tag, an dem alle feiern – nach Hause gehen, überfallen und brutal vergewaltigt zu werden. Und auch für das Sicherheitsgefühl in einer Stadt ist eine solche Tat normalerweise ein Desaster. Noch schlimmer aber ist es, wenn jemand, der Schutz vor angeblicher Verfolgung in unserem Land sucht, eine solche Tat begeht: Vor allem deshalb, weil er damit andere, völlig unbescholtene Schutzsuchende unter Generalverdacht zu stellen droht.
Geschehen ist die unfassbare Tat am Neujahrstag, dem 1. Januar 2017. Angaben der Polizei unmittelbar nach der Tat zufolge hat eine 46-jährige Regensburgerin gegen 5.40 Uhr gerade den Heimweg angetreten.
Offenbar arbeitete sie in einem Regensburger Altenheim im Stadtteil Kumpfmühl, eine eher ruhige, beschauliche Gegend. Am Neujahrstag dürften auch noch viele Nachtschwärmer unterwegs gewesen sein, die die Silversternacht zum Tag gemacht haben. Offenbar war auch der damals 24-jähriger pakistanische Flüchtling noch unterwegs. Es ist 5.40 Uhr morgens, der Mann war aus seiner Unterkunft in München nach Regensburg gereist – wahrscheinlich wollte er also mit dem Zug zurückfahren, hatte es sich aber offenbar anders überlegt.
Keine weiteren Straftaten am Silvesterabend

Das Opfer der Tat scheint zufällig ausgewählt, die 46-Jährige war also am falschen Platz zur falschen Zeit. Zunächst sprach die Polizei von sexuellem Missbrauch, später von Vergewaltigung: „Der Mann ist in den Körper der Frau gewaltsam eingedrungen“, es habe sich also um eine Vergewaltigung gehandelt, so die Polizei auf Nachfrage damals. Eine Anwohnerin hatte die Hilfeschreie des Opfers vernommen, sie alarmierte die Polizei, die den Mann wenig später festnehmen konnte.
Seither sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Zunächst schwieg der 24-Jährige zu der Tat, die er womöglich begangen hat. Das hat sich aber offenbar geändert. Oberstaatsanwalt Theo Ziegler sagte auf Anfrage dieser Zeitung: „Der Beschuldigte hat Angaben zur Sache gemacht, deren Inhalt wir aber nicht mitteilen.“ Mittlerweile habe die Polizei ihre Ermittlungsarbeit abgeschlossen. „Aber das Ergebnis kann ich derzeit aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mitteilen, aber möglicherweise in ein bis zwei Wochen.“ Jetzt muss nämlich die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie Anklage gegen den 24-jährigen Flüchtling erhebt. Die Ermittler hatten zunächst auch die Befürchtung, dass weitere Frauen am Silvesterabend Opfer sexueller Übergriffe durch den mutmaßlichen Täter wurden. Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass der Mann offenbar in einer Gaststätte im Taubengässchen gefeiert hatte. „Dort wurde eine Frau von einem Mann, auf den die Beschreibung des Tatverdächtigen passt, begrabscht. Sie hatte sich an einen Mitarbeiter des Lokals gewandt, der den Mann des Lokals verwies“, hatte die Polizei Anfang Januar mitgeteilt.
Doch offenbar handelte es sich entweder um einen anderen Mann, oder die Angaben konnten nicht bestätigt werden. Oberstaatsanwalt Theo Ziegler sagte dem Wochenblatt auf Anfrage bezüglich dieser Frage: „Das Verhalten des Beschuldigten gegenüber anderen Frauen vor dem Geschehen, das den Tatvorwurf bildet, wurde auch untersucht. Insoweit konnte kein strafrechtlich relevantes Verhalten festgestellt werden.“

Quelle: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Vergewaltigung-am-Neujahrstag-Ermittlungen-gegen-Fluechtling-vor-dem-Abschluss;art1172,441104

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