Stadt Bern will gratis Selbstverteidigungskurse anbieten

Der Berner Stadtrat will sexualisierte Gewalt aktiv angehen und künftig die finanziellen Mittel für Selbstverteidigungskurse in Quartieren bereitstellen. Mit 50 zu 10 Stimmen hat er am Donnerstag eine entsprechende Motion überwiesen.

Maximal viermal im Jahr sollen Quartiervereine freiwillig die Möglichkeit haben, Selbstverteidigungskurse anzubieten. Das fordert die Stadträtin Leena Schmitter vom Grünen Bündnis in ihrer Motion. Gerade bei sexualisierter Gewalt gelte es, nicht erst einzuschreiten, wenn es zu spät ist, sondern Selbstvertrauen zu stärken und geeignete Abwehrmechanismen zu kennen, schreibt Schmitter in ihrem Vorstoss.

Diese Meinung teilt auch der Gemeinderat. Zusätzlich will er die offene Jugendarbeit und allenfalls weitere Akteure ins Projekt mit einbeziehen. Denn der Gemeinderat ist überzeugt, dass Präventionsansätze möglichst im Kindes- und frühen Jugendalter einsetzen sollen.

Bevor er die besagten Selbstverteidigungskurse einführen wird, will er vorher abklären, ob ein Bedürfnis nach diesen Kursen in der Bevölkerung überhaupt besteht. Im Berner Stadtrat fand das Anliegen breite Unterstützung. Es sei wichtig, dass Frauen die Möglichkeit haben, sich zu informieren und wissen, wie sie sich verteidigen können, sagte etwa Isabelle Heer von der BDP. Abgelehnt haben die Motion SVP und FDP. Es sei nicht Aufgabe der Stadt, Private zu konkurrieren, argumentierten sie.

Anstoss zur Motion gab ein tragischer Vorfall im Jahr 2014. Damals wurde eine Frau auf dem Veloweg beim Weyerli vom Fahrrad gerissen und vergewaltigt.

Quelle: Der Bund

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