Übergriffe auf Frauen in Gersthofen: Polizei sucht Zeugen

Nach Übergriffen auf zwei junge Frauen in Gersthofen ermittelt die Polizei weiter. Dabei sucht sie auch nach einem Zeugen, der Schlimmeres verhindert hat.

Fast zwei Wochen nach den Übergriffen auf junge Frauen in Gersthofen sind der oder die Täter noch nicht gefunden. Der erste Fall ereignete sich am 7. September. Eine 18-Jährige war gegen 6 Uhr in Richtung Bahnhof unterwegs, als sie laut Polizei ein Mann von hinten zu Boden drückte und ihr in den Ausschnitt griff. Erst als sich ein unbeteiligter Passant vom Bahnhof näherte, flüchtete der Täter. Die Frau beschreibt ihn als etwa 1,80 Meter groß und stark sonnengebräunt. Zudem soll er nach Rauch gerochen und einheimischen Dialekt gesprochen haben.

Die Polizei sucht noch nach dem Passanten, der wohl Schlimmeres verhindert hat. Dieser wichtige Zeuge soll sich unbedingt über die Nummer 0821/323-3810 bei der Polizei melden.

Außerdem suchen die Ermittler weitere Zeugen – auch zum zweiten Vorfall:

Am 9. September gegen 5.50 Uhr hatte ein Unbekannter auf Höhe der Rot-Kreuz-Wache eine 20-jährige Radfahrerin von hinten gepackt und vom Fahrrad gezogen. Anschließend fuhr er mit ihrem Rad Richtung Schubertstraße davon. Laut Beschreibung der jungen Frau war der Angreifer etwa 1,70 Meter groß und sportlich. Er sprach Deutsch mit südländischen Akzent.

Übergriff auf 18-Jährige in Neusäß

In den vergangenen Monaten kam es in der Region mehrmals zu Übergriffen gegen Frauen auf offener Straße. So war eine 18-Jährige Anfang August in Neusäß ebenfalls in der Nähe des Bahnhofs angegriffen worden. Die Beamten nahmen daraufhin einen 36-Jährigen aus Nigeria wegen des Verdachts der Vergewaltigung fest. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft, die Ermittlungen gegen ihn laufen noch.

Auch auf der Gersthofer Kulturina kam es Anfang August zu Übergriffen. Zwei Frauen meldeten sich als Opfer eines Grapschers. Einer 26-Jährigen fasste der Mann ans Gesäß und schlug ihr anschließend ins Gesicht, als sie ihn zur Rede stellte. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um denselben Mann handelte, der zuvor eine 59-Jährige unsittlich berührt hatte.

Die Frauen beschrieben den Täter als etwa

  • 1,60 Meter Meter groß,
  • schlank und schmächtig.
  • Der Mann sei zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen,
  • hatte dunkle Haut,
  • kurze nach hinten gegelte Haare
  • schlecht gepflegte Zähne.
  • Er trug einen dunklen Blazer und Jeans.

Häufen sich die Übergriffe?

Häufen sich die Übergriffe auf Frauen in der Region? Polizeisprecher Siegfried Hartmann erklärt: „Ob solche Übergriffe in letzter Zeit gehäuft vorkommen, ist schwer zu sagen. Bilanziert werden muss nicht über einen kurzen Zeitraum, sondern über das ganze Jahr.“ Erst im März wird die Polizei ihre Kriminalstatistik vorstellen, die eine Antwort liefern kann. Über die letzten Monate könne höchstens eine Momentaufnahme erstellt werden, „die nicht aussagekräftig ist“, so Hartmann.

Eine mögliche Erklärung für die scheinbare Häufung von Übergriffen sei auch, dass die Menschen sensibler geworden seien und solche Vorfälle vermehrt zur Anzeige brächten, erklärt Hartmann. Ob das mit den Vorfällen der Silvesternacht in Köln zu tun hat? „Möglicherweise ja, das wäre allerdings reine Spekulation.“ Bürgermeister Wörle erklärt: „Trotz der bedauerlichen Häufung solcher Übergriffe sehe ich Gersthofen nicht als Problemstadt an. Das kann man daraus nicht ableiten.“

Foto: Frederik Haug

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