Angeklager bestreitet versuchte Vergewaltigung im Taxi

reudenberger (48) soll Taxifahrerin massiv bedrängt haben. Er gibt an, sich nicht erinnern zu können: „Filmriss“.

„Den Käse können Sie Ihrer Großmutter erzählen“, sagt Amtsrichter Uwe Stark in Richtung des Angeklagten. Der 48-jährige Freudenberger muss sich wegen versuchter Vergewaltigung einer Taxifahrerin vor dem Schöffengericht verantworten. Nach einer Stellungnahme des Verteidigers ging Stark von einem Geständnis aus, Zeugen wurden nicht geladen. Fehlanzeige.

Der Vorwurf ist eigentlich klar. Der Mann soll frühmorgens am 6. September 2015 mit einem Freund im Taxi von einer Siegener Kneipe nach Freudenberg gefahren sein. Der Begleiter wurde abgesetzt,der spätere Angeklagte fuhr weiter mit – und belästigte laut Anklage die Taxifahrerin; er habe sie obszön zu sexuellen Handlungen drängen wollen, auch mit körperlicher Gewalt. Sie wehrte sich, bat ihn, zurück nach Siegen zu fahren, „da gibt es doch genug Mädels“. Schließlich habe er dann doch von der Frau abgelassen.
Filmriss: Angeblich keine Erinnerung

Der Freudenberger zögert mit der Aussage, wird von seinem Anwalt ermutigt. „Ich weiß nur noch, dass wir ins Taxi gestiegen sind, dass ich bezahlt habe und ausgestiegen bin“, kommt dann. Pause. „Filmriss“, schiebt der Angeklagte hinterher. Es sei sehr viel getrunken worden. Uwe Stark kann sich vorstellen, dass man an eine normale Taxifahrt keine Erinnerung mehr habe. „Aber wenn ich jemanden anfasse, ist das doch eher ungewöhnlich.“ Der Angeklagte. zuckt unsicher die Schultern, „ich sage die Wahrheit“, sagt er hilflos.

Stark hofft weiterhin auf ein Einlenken, droht eine „richtig große Verhandlung“ an. Die Verhandlung wird ausgesetzt. „Ich hatte gehofft, dass es vorbei ist. Das belastet ihn doch“, sagt eine Frau, die offenbar zu dem Angeklagten gehört.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-siegen-kreuztal-netphen-hilchenbach-und-freudenberg/angeklager-bestreitet-versuchte-vergewaltigung-im-taxi-id12171610.html

Foto: Irmine Skelnik

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