13-Jährige von Asylwerber belästigt: Vater kontaktierte Innenminister

Offener Brief an Innenminister Sobotka. Der KURIER traf den Vater der 13-Jährigen.

Ein geharnischter offener Brief an Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) ist – neben einer Anzeige bei der Polizei – eine der Reaktionen eines Weinviertler Familienvaters, nachdem seine erst 13-jährige Tochter von einem etwa 23-jährigen Asylwerber belästigt worden ist.  Der  hat sich die Handynummer des Mädchens anscheinend von minderjährigen Asylwerbern besorgt, zu denen es Kontakt hatte. Der KURIER traf den 46-jährigen Radiologie-Technologen Gerfried Müller aus Mistelbach und fragte ihn nach den Hintergründen und seinen Vorstellungen, was der Staat tun kann.

KURIER: Was ist konkret vorgefallen?

Gerfried Müller: Der Asylwerber hat meiner Tochter Handy-Bildnachrichten geschickt und sie beispielsweise auf dem Spielplatz aufgefordert, sich neben ihn zu setzen, um sie zu küssen. Dort hat er sie auch nach ihrem Alter gefragt und seines mit 23 Jahren angegeben.

Wie hat Ihre Tochter auf die Belästigung reagiert?

Sie wollte nichts davon, hat ihm das auch mitgeteilt aber er hörte nicht gleich auf. Sie war unangenehm berührt und hat uns informiert.

Was haben Sie unternommen?

Ich habe ihm vom Handy der Tochter eine Nachricht geschickt, dass er den Kontakt beenden soll und ich die Polizei verständige. Ich habe den Mann am Spielplatz nicht angetroffen aber andere, die im selben Quartier leben, gebeten, ihm auszurichten, dass er meine Tochter in Ruhe lassen soll. Danach war Schluss. Ich hoffe, die anderen haben ihm klargemacht, dass das so nicht geht und er hält sich daran. Das wäre der Idealfall.

Sind Sie in die Asylunterkunft gegangen?

Nein, ich wollte nicht riskieren, dass es zum Streit kommt und die Sache eskaliert.

Warum haben Sie sich an den Minister gewandt?

Als ich bei der Polizei war, haben die Beamten Verständnis gezeigt, aber signalisiert, dass das noch kein Delikt sei und sie nichts machen können. Deshalb habe ich den Minister gefragt, ob Väter erst auf einen Tatbestand warten müssen, bis die Rechtslage erlaubt, einzuschreiten.

Wie stehen Sie grundsätzlich zu Flüchtlingen?

Positiv. Ich finde es richtig, ihnen zu helfen.

Was hätten Sie getan, wenn es ein einheimischer Bursch gewesen wäre?

Ich hätte ebenso versucht, ihn zur Rede zu stellen, aber es wäre vermutlich einfacher gewesen, zu reagieren. Wegen der Sprache.

Wie sehen Sie die Entscheidung des Hollabrunner Bürgermeisters, nach einer Missbrauchsanzeige gegen einen 20-jährigen Asylwerber alle aus der Unterkunft zu werfen?

Das war aus meiner Sicht nicht in Ordnung. Man darf nicht eine ganze Gruppe für das Fehlverhalten eines Einzelnen bestrafen.

Was wünschen Sie sich vom Staat?

Mehr Prävention. Einerseits durch Beschäftigung. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste monatelang in so einem Quartier sitzen, ohne etwas zu tun zu haben, das wäre schlimm. Andererseits klarere Übermittlung von Verhaltensregeln. Ich bin für den Schutz meiner Kinder verantwortlich. Ich will aber auch nicht, dass solche Vorfälle als Vorwand für Übergriffe auf Flüchtlinge genommen werden. Deshalb sollte man auch kommunizieren, wenn jemand wegen eines Delikts abgeschoben wird.

Interview mit Gerfried Müller, Mistelbach, nach  B… Foto: KURIER/Gilbert Weisbier Gerfried Müller aus Mistelbach

Quelle: http://m.kurier.at/chronik/niederoesterreich/noe-13-jaehrige-von-asylwerber-belaestigt-vater-kontaktierte-innenminister/204.210.346

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