Maßlose Eifersucht führt zur Bluttat eines 48-jährigen Mannes

Die Mutter (49) eines 18-jährigen Sohnes war nach elf Stichen in den Oberkörper verblutet. Der von den Kapverden vor Afrika stammende Bielefelder hatte die Deutsche am 11. Februar an der wenig befahrenen Wiesenstraße zwischen den Stadtteilen Baumheide und Milse umgebracht und die Leiche in ein Wäldchen gezerrt. In der Urteilsbegründung nannte das Gericht „niedere Beweggründe“ für die Tat.

Offenbar bewegten maßlose Eifersucht und männliches Herrschaftsdenken den Mann. Es folgten Gewaltexzesse und Morddrohungen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der arbeitslose, ebenfalls verheiratete Baggerfahrer zum Täter wurde, weil die Handelsfachwirtin die Beziehung beendet und nicht mehr den von Eifersucht geprägten Forderungen des Geliebten gehorcht haben soll.

Geständnis abgelegt

Ein weiteres, vielleicht noch stärkeres Mordmotiv könnte eine Strafanzeige der Frau gegen ihren Geliebten gewesen sein. Acht Tage nach der Bluttat sollte dem 48-Jährigen der Prozess vor dem Amtsgericht Bielefeld gemacht werden. Der Mann soll seine Geliebte mehrfach gewürgt, verprügelt und sie und ihre engsten Angehörigen mit dem Tod bedroht haben. Bevor sie sterben musste, soll sich die Bielefelderin geweigert haben, ihre Aussage zurückzunehmen und die Affäre mit dem Bielefelder fortzusetzen.

Im Prozessverlauf hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Per Erklärung teilte er über seinen Verteidiger mit, seine Geliebte erstochen zu haben. Er versicherte zudem, dass er und die 49-Jährige bis zur Tat eine Beziehung geführt hätten. Auch habe der von der Handelsfachwirtin angestrengte Prozess gegen ihn beim Mord eine große Rolle gespielt habe. Am Tag der Bluttat, dem 11. Februar, habe er bei einer Aussprache an der abgelegenen Wiesenstraße hinter der MVA mit der 49-Jährigen klären wollen, wie er ungeschoren aus dem Strafverfahren raus kommen könne.

Auf der Herforder Straße geblitzt

Der Mann machte gleichzeitig eine verminderte Schuldfähigkeit für sich geltend. Beim Mord, der den Angaben des Angeklagten zufolge quasi im Affekt bei einem ausufernden Streit mit dem Opfer geschehen sein soll, will er unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain gestanden haben. Der 48-Jährige will zugestochen haben, nachdem die Frau ihn heftig verbal und körperlich attackiert habe, erklärte der bis zur U-Haft in Baumheide lebende arbeitslose Baggerfahrer. Danach könne er sich an nichts mehr erinnern.

Gleichwohl hat sich der Angeklagte selbst schwer belastet. Er wurde in der Nacht nach dem Mord mit dem Auto der Toten auf der Herforder Straße geblitzt. Und der 48-Jährige sagte bei seiner Verhaftung der Kripo, wo er die Tatwaffe entsorgt hatte – im Wellbach unweit seiner Wohnung.

Der Angeklagte muss nicht nur eine lebenslange Haftstrafe absitzen. Der Landgericht verurteilte ihn auch zu einer Zahlung von 15.000 Euro Schmerzens- und Hinterbliebenengeld.

https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Bielefeld/Bielefeld/4293665-Masslose-Eifersucht-fuehrt-zur-Bluttat-eines-48-jaehrigen-Bielefelders-Lebenslange-Haftstrafe-nach-Mord-hinter-der-MVA

Foto: Pierel

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