Gruppenvergewaltigung Jugendliche bestreiten die Tat

Drei Jugendliche müssen sich wegen einer Gruppenvergewaltigung verantworten. Sie bestreiten die Tat, wollen vor Gericht aber schweigen.

Drei Jugendliche, die zur Tatzeit erst 14 Jahre alt waren, müssen sich wegen einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen Frau vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Die Angeklagten sollen ihr Opfer in einem Park in Mülheim an der Ruhr zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Doch nach Angaben ihrer Verteidiger bestreiten die drei Angeklagten die Tat.

Nach Worten eines der Anwälte wehren sich die Jugendlichen gegen den Vorwurf, wollen im Prozess aber schweigen. „Mein Mandant sieht das so, dass es zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr gekommen ist“, sagte Anwalt Marc Decker am Dienstag in einer Verhandlungspause. „Er ist schockiert, dass es eine Anklage und ein Verfahren gibt.“

Zwei weitere mutmaßliche Beteiligte waren zum Tatzeitpunkt erst zwölf Jahre alt – und damit strafunmündig. Der Fall, der im Sommer des vergangenen Jahres wegen des jungen Alters der mutmaßlichen Täter bundesweit Entsetzen ausgelöst hatte, findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Damals war auch die Frage der Strafunmündigkeit diskutiert worden. Alle drei Angeklagten sind bulgarische Staatsbürger.

Gruppenvergewaltigung in Mülheim: Anwohner fanden hilflose Frau

Die Tat soll am späten Abend des 5. Juli 2019 in der Nähe eines Spielplatzes begangen worden sein. Der Spielplatz liegt in einem unscheinbaren Stadtviertel, nicht weit weg von der Innenstadt. Anwohner hatten nachgesehen, als ihr Hund anschlug. Als sie auf einer Grünfläche die Frau nach Ermittlerangaben „in einer hilflosen Lage“ sowie zwei Verdächtige sahen, wählten sie den Notruf.

Eine Streifenwagenbesatzung hielt kurz darauf eine Gruppe von fünf Jugendlichen an, auf die teils die Beschreibung passte. Bei den Tatverdächtigen handelte es sich um die drei damals 14-Jährigen und zwei Zwölfjährige. Die Ermittlungsverfahren gegen die beiden Jüngeren wurden später wegen deren gesetzlich festgelegter Strafunmündigkeit eingestellt.

Jugendlicher soll Frau schon einmal vergewaltigt haben

Die Staatsanwaltschaft wirft den nun angeklagten Jugendlichen gemeinschaftliche Vergewaltigung vor. Demnach bestellte einer der drei das damals 18 Jahre alte Opfer zu einem Treffpunkt. Von dort aus soll die junge Frau in das Waldstück geführt worden sein, wo die Tat stattgefunden haben soll. Einer der drei damals 14-Jährigen Jugendlichen soll die Frau davor schon einmal vergewaltigt haben. Der heute 15-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Die Stadt Mülheim scheiterte mehrfach damit, die Familie des mutmaßlichen Haupttäters nach Bulgarien auszuweisen. Nach Informationen der „WAZ“ sollen einige Familienmitglieder Deutschland nach dem Vorfall verlassen haben.

15-Jähriger nahm an einer Präventivmaßnahme teil

Der Jugendliche nahm nach früheren Angaben der Stadt vor der Tat schon länger an einer Präventivmaßnahme des NRW-Innenministeriums teil. Er habe sich in der Maßnahme „Kurve kriegen“ befunden, „um ihn aus dem Strudel einer Intensivtäterschaft herauszuholen“, hatte ein Stadtsprecher gesagt.

Das Landgericht Duisburg hat bislang zehn Prozesstage angesetzt. Am 5. März soll das Urteil gesprochen werden.

https://www.morgenpost.de/vermischtes/article228074449/Gruppenvergewaltigung-in-Muelheim-Drei-Jugendliche-angeklagt.html

Foto: Marcel Kusch

 

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