Flüchtlingskind missbraucht: Fünf Jahre Haft für 45-Jährigen

Majed R. (45) missbrauchte einen 12-Jährigen monatelang in einem Flüchtlingsheim, zwang ihn zum Sex. Am Freitag urteilte das Gericht.

Monatelang zwang Majed R. (45) aus dem Irak in einer Spandauer Flüchtlingsunterkunft einen zwölfjährigen Jungen zum Sex. Am Freitag bekam er dafür die Quittung: Fünf Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in vier Fällen, vorsätzlicher Körperverletzung und Nötigung.

Der Kfz-Mechaniker hatte sich das Vertrauen des kleinen *Sam (12) erschlichen, der mit Mutter und zwei Geschwistern im selben Heim lebte. Der Richter: „Sie haben mit ihm viel unternommen, sich um ihn gekümmert. Denn sein Vater war weit weg.“ Doch der Angeklagte habe sich vor allem in sexueller Hinsicht für das Kind interessiert. Hinter verschlossener Zimmertür habe er Sam aufgefordert: „Zieh dich aus.“ Dann habe er ihn missbraucht bis hin zur Vergewaltigung. Der Richter: „Der Junge wollte es nicht, widersetzte sich Ihrer nachhaltigen Forderung jedoch nicht. Er erduldete sogar die Schmerzen.“ Denn der Angeklagte habe gedroht, ihn und seine Familie umzubringen, sollte er etwas erzählen. Der Richter: „Nur vier der Übergriffe konnten jedoch zeitlich genau zugeordnet werden.“

Das Sams Martyrium endete, als er im Juli 2016 endlich seine Angst überwand und sich seiner Familie offenbarte. Zunächst bestritt der Angeklagte alles. Nach Sicherstellung eines Sex-Videos auf dem Handy war es dann eine „Liebesbeziehung.“ Im Prozess legte er wenigstens ein Teilgeständnis ab. Der Richter: „Ein volles Geständnis hätte noch mehr Strafmilderung gebracht, vor allem aber dem Jungen die sehr belastende Aussage vor Gericht erspart. Wir haben ihn an zwei Tagen anhören müssen. Er war überzeugend und glaubhaft.“ Sam gehe es sehr schlecht, sagt dessen Anwalt am Rande des Prozesses. Er, seine Mutter und Geschwister mussten schon mehrfach umziehen. Und unfassbar: Aus der eigenen Familie kämen Drohanrufe: „Du hast große Schande über uns gebracht.“

Quelle: BZ

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