Mitreisender hilft Dormagenerin nach sexueller Belästigung

Es war ein Albtraum, den Natalie Hering am frühen Sonntagmorgen erlebte. Bis heute hat sie das Geschehen noch nicht verkraftet. In einer S-Bahn der Linie S11 wurde sie zwischen Düsseldorf und Dormagen sexuell belästigt. Am Bahnsteig bekam sie Hilfe von Andreas Schülgen.

Die 26-Jährige ist erst vor kurzer Zeit aus Wuppertal nach Ückerath gezogen, wo sie mit ihrem Verlobten lebt. Weil sie noch viele Freunde und Bekannte im Bergischen hat, gibt es regelmäßige Treffen, “dann in Düsseldorf, weil es in der Mitte zwischen beiden Städten liegt”, erzählt sie.

So auch am Wochenende. Erst am frühen Morgen trat sie den Heimweg an und stieg am Düsseldorfer Hauptbahnhof in die S11 Richtung Köln ein. In dem Zug wurde sie Opfer eines sexuellen Übergriffs. Ein 40 bis 45 Jahre alter Mann soll erst von ihr abgelassen haben, als an der Haltestelle Norf zwei Männer einstiegen und er daraufhin die Bahn fluchtartig verließ.

Mitreisender kümmert sich um die Frau

“Mit so etwas habe ich absolut nicht gerechnet”, erzählt Natalie Hering. Die völlig aufgelöste Frau wandte sich sofort an die beiden neuen Fahrgäste – in dem Wagen war sie bis dahin aufgrund der frühen Uhrzeit mit dem Täter alleine – die sich um sie kümmerten. Als sie in Nievenheim ausstieg, fiel die weinende Frau einem jungen Mann auf, der sich sofort um die 26-Jährige kümmerte. “Er hat mich angesprochen und ist dann bei mir geblieben.”

Es war Andreas Schülgen (32), der selbst von einer Feier in Düsseldorf auf dem Rückweg war und in der gleichen S-Bahn saß, aber im vorderen Wagon. Er rief nach eigenen Angaben gegen 7 Uhr ein Taxi und verlangte nach einer Fahrerin. “Es war jedoch keine verfügbar”, so Schülgen, “aber weil ein Fahrer gerade in der Nähe einen weiblichen Fahrgast aufnahm, haben wir vereinbart, dass Natalie dort mitfahren konnte.”

“Andreas wartete so lange, bis ich eingestiegen war. Das war einfach ein tolles Verhalten von ihm und hat mir in der Situation Schutz gegeben.” Denn die junge Frau war völlig aufgelöst, bestätigte Schülgen, “ich habe versucht, sie zu trösten und zu beruhigen.” Von Zuhause aus meldete Natalie Hering dann den Vorfall der Polizei.

Suche über Facebook

Weil sie sich unbedingt bei dem unbekannten Helfer, von dem sie nur den Vornamen behalten hatte, bedanken wollte, suchte die Neu-Ückeratherin via Facebook nach ihm. Und in der Tat, relativ schnell meldete sich die Freundin von Andreas Schülgen, Melanie, bei ihr, die wiederum von einer Freundin auf den Fall und die Suche aufmerksam gemacht worden war. “Wir haben dann abends Kontakt gehabt und sie hat sich bedankt”, so Schülgen.

Am Montag wurde die junge Frau bei der Polizei noch einmal eingehend befragt, vor allem nach der Beschreibung des Täters. Der hatte sie in Düsseldorf schon am Fahrkartenautomaten und später auf dem Bahnsteig in ein Gespräch verwickelt. “Da war er ganz nett, ich habe keinerlei Verdacht geschöpft.”

Das Verhalten änderte sich aber schlagartig in der Bahn, in der die beiden alleine saßen. “Ich wusste nicht was ich machen sollte, als er mich anfasste: Versuchen auszusteigen, aber kommt er mir dann hinterher? Wenn ich schreie, zieht er dann vielleicht ein Messer? Ich war wie versteinert.”

Beschreibung des Täters:

  • Er war etwa 40 bis 50 Jahre alt,
  • circa 180 Zentimeter groß
  • von normaler Statur.
  • Sein dunkles, glattes Haar trug der Mann kurz.
  • Er hatte dunkle Augen, braun gebrannte Haut und auffällige (Akne-) Narben im Gesicht.
  • Der Verdächtige war dunkel gekleidet
  • sprach akzent- und dialektfrei Deutsch und nach Angaben des Opfers teilweise türkisch.

Quelle: NGZ ONLINE

FOTO: Tinter, Anja

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