Gruppe junger Leute fühlt sich belästigt

Es war ein vergnüglicher Abend, den die Clique – drei junge Männer und eine junge Frau – in einer Diskothek in der Innenstadt verbrachte. Gegen 3.15 Uhr am vergangenen Samstag verließen die jungen Leute das Tanzlokal, um sich im sogenannten Dönerdreieck noch etwas zu Essen zu besorgen.

Der erste Teil des Fußmarsches verlief ohne sonderliche Probleme. Von der Schanzenstraße bog die Gruppe in die Johannette-Lein-Gasse ab und überquerte, wie einer der Beteiligten schildert, die Straße “Neustadt”. An der Kreuzung “Pfarrgarten/Georg-Schlosser-Straße/Am Stockhaus” befinden sich in der Straße “Am Stockhaus” einige Bänke, die zum Verweilen einladen sollen. Diese Fußgängerbänke seien allerdings nicht von typischen Fußgängern besetzt gewesen. Stattdessen hätten sich dort “drei bis vier männliche Personen ,südländischen Aussehens’ aufgehalten, die, wie sich herausstellte, die deutsche Sprache beherrschten”. Ob die Personen zum Zeitpunkt alkoholisiert gewesen seien, habe sich nicht feststellen lassen. Die Männer hätten versucht, die junge Frau mit vulgären Sprüchen zu belästigen. Schnell hätten sich die Personen um die Gruppe versammelt und versucht, diese in die Enge zu drängen.

“Es schien, als hätten sie einen “Machtkampf um das Mädchen beginnen wollen”.

Nach Minuten des Meinungsaustausches und bewusst gewählten Maßnahmen der Deeskalation sei es den vier jungen Leuten schließlich gelungen, den Fußmarsch in Richtung Walltorstraße fortzusetzen. Um 3.29 Uhr hätten sie den Notruf der Polizei gewählt, um den Beamten den Vorfall zu schildern. Der Bitte, einen Streifenwagen zu schicken, damit diese Menschen nicht noch andere Personen belästigen, habe der Beamte entgegnet, dass man

“aufgrund von Vermutungen, da ja nichts passiert sei, keinen Streifenwagen losschicken könne”.

Kein körperlicher Schaden

Nun fragen sich die jungen Leute nach eigenen Angaben:

“Was genau bringt im Ernstfall eine Polizei, die davon ausgeht, dass sie erst dann eingreifen muss, wenn tatsächlich etwas passiert ist?”

Natürlich sei keinem der Gruppe ein körperlicher Schaden entstanden, “allerdings stufe ich die Menschen der ,gegnerischen’ Gruppe durchaus als ,gewaltbereit’ ein”, schreibt der Beteiligte weiter.

Der Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelhessen, Jörg Reinemer, bescheinigt den jungen Leuten, alles richtig gemacht zu haben. Jedoch habe die Polizei zur genannten Zeit einen größeren Einsatz im Schiffenberger Weg – Messerstecherei in Diskothek – und einen Einbruchalarm in einer Gießener Schule gehabt. Für diese Einsätze seien mehrere Streifenwagen im Einsatz gewesen.

“Diese Einsatzlagen hatten zu diesem Zeitpunkt natürlich Priorität. Von daher konnten wir nicht sofort zu diesem anderen Ort, bei dem sich offenbar keine Person mehr in einer Gefahrensituation befand, fahren”, so Reinemer. Inzwischen habe man dem Anrufer das Vorgehen erklärt. Bei diesem Telefonat sei einvernehmlich das weitere Verhalten besprochen worden.

Quelle: Giessener Anzeiger

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