Vergewaltigungsprozess Angeklagte Brüder schweigen zu den Vorwürfen

Zwei Männer sollen junge Frauen ins Auto gezerrt und zum Sex gezwungen haben. Am Montag hat vor dem Landgericht Berlin der Prozess begonnen.

Nachts sollen sie auf Jagd nach Frauen gegangen sein: Wisam B. B. und mehrere Komplizen sollen in zwei Fällen eine Passantin in ein Auto gezogen und vergewaltigt haben. In einem Fall sei sein Bruder Karrar B. B. beteiligt gewesen, so die Anklage. Sechs Monate nach der Festnahme der Männer im Alter von 33 und 25 Jahren hat am Montag der Prozess vor dem Berliner Landgericht begonnen.

Vier Sexualstraftaten werden Wisam B. B. zur Last gelegt. In einem auf ihn zugelassenen SUV sei es zu zwei Übergriffen gekommen, so die Anklage. Die Opfer waren 18 und 21 Jahre alt. Junge Frauen, die auf dem Heimweg waren.

Wisam B. B., sein jüngerer Bruder sowie ein bislang unbekannter Mann seien im Auto gewesen, als am frühen Morgen des 18. Januar eine Abiturientin angegriffen wurde. In der Storkower Straße in Prenzlauer Berg hätten die Täter die 18-Jährige gepackt, ihr den Mund zu gehalten, sie gewürgt und auf die Rückbank gezogen.

Im Fahrzeug wurde sie laut Anklage zum Sex gezwungen, dann seien die Täter mit der 18-Jährigen zur Wohnung des 25-Jährigen in Spandau gefahren. Sie sei mehrfach vergewaltigt worden. Einer der Männer habe wegen ihrer Gegenwehr gedroht, er werde „sechs weitere Männer“ holen. Etwa vier Stunden lang sei die Abiturientin in der Gewalt der Täter gewesen.

Der ältere Bruder soll rund einen Monat später mit drei bisher unbekannten Mittätern erneut eine Frau auf offener Straße gepackt und in ein großes Auto gezerrt haben.

Angeklagte schweigen zu den Vorwürfen

Zwei der Männer hätten die 21 Jahre alte Frau, die aus einem Club in Friedrichshain kam, auf offener Straße gegriffen und in den Wagen gezogen. Alle Fahrzeuginsassen hätten die Frau sexuell misshandelt – eine Gruppenvergewaltigung.

Dem 33-Jährigen werden außerdem zwei Vergewaltigungen in seiner Wohnung in Wedding zur Last gelegt – 14 Jahre alt sei das jüngste Opfer gewesen. Die aus dem Irak stammenden Angeklagten schwiegen zunächst zu den Vorwürfen.

Als erste Zeugin wurde die Abiturientin befragt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit und räumlich getrennt von den Angeklagten. Sie leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, erklärte ihre Anwältin. „Ihr gesamtes Leben ist verändert.“ Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/vergewaltigungsprozess-in-berlin-angeklagte-brueder-schweigen-zu-den-vorwuerfen/26204028.html

 

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