Schüler lehnt Moschee-Besuch ab jetzt schaltet sich Staatsanwaltschaft ein

Die Weigerung eines Schülers aus Rendsburg in Schleswig-Holstein, eine Moschee zu betreten, beschäftigt zurzeit die Staatsanwaltschaft Itzehoe. Der 13-Jährige war am 14. Juni dem Schulausflug seiner Erdkunde-Klasse aus weltanschaulichen Gründen fern geblieben.

Die Eltern gehören keiner Glaubensgemeinschaft an und befürchteten eine “religiöse Indoktrination” ihres Kindes, berichtet die “Schleswig-Holsteinische Landeszeitung”.

Niemand dürfe zum Betreten eines Gotteshauses gezwungen werden, argumentieren sie.

Die Schule wertet das Fernbleiben des Jungen hingegen als “Schulschwänzen”.

Vater und Mutter des Jungen sollten deshalb 150 Euro Bußgeld zahlen. Weil sie dagegen Widerspruch einlegten, prüft jetzt die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit. Das bestätigte am Mittwoch der Itzehoer Staatsanwalt Peter Müller-Rakow. Dort werde entschieden, ob es zum Prozess vor dem Amtsgericht kommt.

Fürchten um “Leib und Leben”

Dem “SHZ”-Bericht zufolge tritt ein gewisser Alexander Heumann als Verteidiger der Eltern auf. Heumann ist nach eigenen Angaben Fachanwalt für Familienrecht mit Arbeitsadresse in Düsseldorf. Der Kontakt zu den Eltern im hohen Norden sei über die Bürgerbewegung “Pax Europa” zustande gekommen, sagte Heumann der “SHZ”. Die rechtskonservative Bewegung erhebt den Anspruch, über eine angebliche “schleichende Islamisierung Europas” aufzuklären.

Im Internet hat der Anwalt eine “Verteidigerschrift” veröffentlicht. Darin schreibt er unter anderem, die Eltern des Kindes würden angesichtes der “Berichte über religiös motivierte Gewalt im Zusammenhang mit dem Islam” um “Leib und Leben” ihres Sohnes fürchten.
Quelle: Focus
Foto: dpa/Hannibal

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