Angeklagte geben Vergewaltigung in Silvesternacht z

Sie räumen ein, zwei Mädchen in der Silvesternacht in Weil am Rhein vergewaltigt zu haben: Wegen ihrer Geständnisse kommen vier junge Männer vor dem Landgericht Freiburg wohl milde davon.

Vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Freiburg hat der Prozess begonnen gegen vier junge Männer zwischen 14 und 20 Jahren. Sie sind angeklagt wegen der Vergewaltigung von zwei 14 und 15 Jahre alten Mädchen in der Silvesternacht 2015 in Weil am Rhein.

123134381-p-590_450Mehrfach sollen die Mädchen gegen ihren Willen von den Jugendlichen in einer Einzimmerwohnung vergewaltigt worden sein. Eines der Mädchen hatte in der Nacht die Polizei informiert. Alle Angeklagten haben Geständnisse abgelegt.

Strafrahmen begrenzt

Nach Verlesung der Anklageschrift traten die Prozessbeteiligten zunächst in Verhandlungen mit den Richtern, um eine Verständigung und damit einen kurzen Prozess zu erreichen. Für den Fall von werthaltigen Geständnissen haben die Richter am Nachmittag folgende Strafunter- und Obergrenzen zugesagt: Für die drei Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren hat das Gericht jeweils Jugendstrafen zwischen einem Jahr und einem Jahr und sechs Monaten mit Bewährung zugesagt.

Dem 20-Jährigen wurde eine Jugendstrafe zwischen anderthalb und zwei Jahren oder eine zweijährige Freiheitsstrafe mit Bewährung nach Erwachsenenrecht zugesichert. Damit könnte der bis zum 30. Juni auf vier Tage terminierte Prozess schnell zu Ende gehen.

Angeklagte geben Vergewaltigung zu

Die Angeklagten, die aus Untersuchungshaft vorgeführt werden, tragen alle über ihren T-Shirts Winterjacken. Seit Silvester 2015 sitzen sie im Gefängnis. Wie Angeklagte sehen diese Vier nicht aus, eher wie hilflos wirkende Kinder inmitten der vielen Wachtmeister und Rechtsanwälte in der streng wirkenden Architektur des Schwurgerichtssaals. Ihre Väter sind zur Verhandlung angereist.

Die Angeklagten akzeptierten am Nachmittag die Vorwürfe der Anklage. Der Älteste gibt eine Vergewaltigung zu, ein 15-Jähriger räumt die Vergewaltigung beider Mädchen ein. Er bedaure das zutiefst und wisse nicht, was ihn dazu bewogen habe. Auch der dritte Angeklagte gibt je eine Vergewaltigung zu. Ein Mädchen sei während seiner Tat von einem Mitangeklagten festgehalten worden. Auch er habe ein Mädchen festgehalten, als es vergewaltigt worden sei. Der vierte Angeklagte bestätigt ebenfalls über seinen Verteidiger die Richtigkeit der Anklage. Auch er bedauere das Geschehen sehr.

Die vier Angeklagten tragen Kopfhörer, ein Dolmetscher übersetzt jedes Wort in ihre syrische Heimatsprache. Alle Vier kommen aus Syrien, sind Kriegsflüchtlinge, seit 2014 in Deutschland. Der 20-Jährige ist ein Bruder eines der beiden 14-Jährigen. Beide tragen identische Vor- und Nachnamen, weshalb sie zur Unterscheidung im Prozess mit “Senior” und “Junior” bezeichnet werden.

Mädchen gingen freiwillig mit in Wohnung

Als der Notruf gegen 23 Uhr von der Notrufzentrale in Freiburg an die Polizei nach Bad Säckingen vermittelt wurde, gingen die Beamten von einer großen Sache aus. Es hieß, dass zwei Mädchen mit Gewalt von mehreren jungen Syrern von der Straße in Weil-Friedlingen in eine Wohnung gezerrt und dort mehrfach vergewaltigt worden seien.

Gegen Mitternacht konnte das erste Mädchen vernommen werden. Ihm nahm der Ermittler nicht ab, dass sie und ihre Freundin von der Straße weggezerrt worden seien. Das Mädchen gab sofort zu, dass sie zwei der Jungen von Facebook gekannt habe und beide freiwillig mit den Jungen in die Wohnung gegangen seien. Dort habe der 20-Jährige gewohnt und wohl schon im Bett gelegen.

Geschlechtsverkehr ohne Einverständnis

Schon bald sei es zu Zärtlichkeiten gekommen. Mit Küssen seien sie einverstanden gewesen. Doch die Jungen hätten mehr gewollt und sie ausgezogen. Die Mädchen sagten, dass sie das nicht wollten. Doch die Jungen hörten nicht auf, ihnen die Kleider abzustreifen. Dann sei es, ohne das Gewalt ausgeübt worden sei, zum Geschlechtsverkehr und anderen sexuellen Praktiken gekommen.

Beide Mädchen sagten aus, dass sie kurz vor 23 Uhr die Wohnung verlassen konnten: “Die Typen haben uns gehen lassen.” Eine von ihnen setzte dann den Notruf ab. Die Mädchen werden nach den Geständnissen wohl nicht mehr im Gericht aussagen. Ob die geladene Psychologin, die die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen untersucht, noch gehört wird, ist derzeit unklar.

Die dürren Geständnisse der Angeklagten hat das Gericht am Dienstag mit der Vernehmung eines Ermittlers überprüft. Er hatte die beiden Mädchen in jener Silvesternacht bis zum Neujahrsmorgen vernommen. Der Prozess soll am Mittwoch mit den Urteilen beendet werden.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/angeklagte-geben-vergewaltigung-in-silvesternacht-zu

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