Massenvergewaltigung in Velbert Wie die Jagd nach den Peinigern ablief

Wolf-Tilman-Baumert ist normalerweise ein äußerst umgänglicher Mensch: Auch hat er in seiner Karriere bei der Staatsanwaltschaft in Wuppertal schon viel Leid miterlebt.

Wenn er aber über die Massenvergewaltigung einer 13-jährigen Schülerin in der benachbarten Kleinstadt Velbert spricht, ist seine Betroffenheit spürbar. „So etwas ist schwer zu ertragen.“

Ein monströses Verbrechen ähnlich jenem Fall in Hamburg 2016, als eine Gruppe Jugendlicher über ein Mädchen herfiel und den Missbrauch filmte, um es dann beinahe erfrieren zu lassen. Mit Hilfe des Oberstaatsanwalts und Behördensprechers Baumert rekonstruiert FOCUS Online das entsetzliche Geschehen an jenem Samstag, den 21. April in Velbert und die schwierige Jagd nach den acht mutmaßlichen Tätern, von denen zwei sich mit ihren Familien in ihre bulgarische Heimat absetzen konnten.

Es ist später Nachmittag: Melanie H. (Name geändert) und ihre Freundinnen albern im Parkbad in Velbert herum, als eine Gruppe Jugendlicher beginnt, Ärger zu machen. Einige Jungs lassen anzügliche Bemerkungen fallen, auch sollen sie versucht haben, Melanie H. anzutatschen. Gegen 18 Uhr reicht es den Mädchen, sie verlassen das Schwimmbad. Einige von ihnen werden von ihren Eltern abgeholt. Melanie H.‘s Nachhauseweg führt durch ein Waldstück. Es ist noch nicht ganz klar, ob die Gruppe Halbstarker ihr vom Schwimmbad aus gefolgt ist, oder das Mädchen im Wald abpasst.

Eine Passantin befreit das Mädchen aus den Händen der Peiniger

Was folgt, ist ein unbeschreibliches Martyrium. Die acht Jugendlichen zerren Melanie H. in den Wald und fallen über sie her. In perfider Art und Weise wird sie missbraucht, erniedrigt, gedemütigt. Ihre Peiniger, zwischen 14 und 16 Jahren alt, filmen ihre Taten per Smartphone und grinsen frivol in die Kamera. Längst, so scheint es, sind die letzten Hemmungen gefallen.

In der Zwischenzeit haben Melanies Freundinnen ihren Eltern von den unliebsamen Erlebnissen im Schwimmbecken erzählt. Sie sorgen sich, ob Melanie heil nach Hause gekommen ist. Umgehend werden die Eltern des Mädchens kontaktiert. Die aber müssen passen: Melanie ist noch nicht heimgekommen.

Gemeinsam beschließt man die vermisste Tochter zu suchen. Eine 47-jährige Spaziergängerin bekommt mit, dass Melanies Eltern nebst Freunden und Nachbarn das ganze Viertel durchkämmen. Als die Frau das Waldstück durchquert, begegnet sie der Gruppe Jugendlicher, die ein Mädchen festhalten. Das Kind wirkt völlig verängstigt. Schon wollen die Jungen ihr Opfer wegzerren, um sich womöglich weiter an ihm zu vergehen, als die Frau sich ihnen entgegenstellt. Mit scharfen Worten fordert sie ihre Gegenüber auf, Melanie loszulassen. Die Schüler gehorchen und flüchten.

Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/massenvergewaltigung-in-velbert-wie-die-jagd-nach-den-peinigern-ablief_id_9110890.html

Foto: dpa/Oliver Berg

 

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