Lkw-Fahrer gesteht Mord an Joggerin

Carolin G. aus Endingen (Baden-Württemberg) wurde nur 27 Jahre alt. Seit Mittwoch steht in Freiburg der Mann vor Gericht, der sie auf abscheuliche Art umgebracht haben soll: Catalin C. (40) aus Rumänien.

Der Fernfahrer, der auf der Anklagebank nur nach unten blickte und einen blauen Pullover trug, legte zu Beginn des Prozesses ein Geständnis ab. Er ließ seinen Anwalt Klaus Malek eine Erklärung verlesen:

„Ich gestehe, dass ich am 6. November die mir bis dahin unbekannte Carolin (…) getötet habe.“ Es tue ihm leid. Er habe jedoch kein sexuelles Motiv gehabt, vielmehr sei es ihm schlecht gegangen.

Betrunken sei er gewesen und er habe „mit der Flasche zugeschlagen.“

Die vier Familienmitglieder von Carolin G., die in dem Prozess als Nebenkläger anwesend sind, waren von der Aussage schockiert. Ein Zuschauer rief „Heuchler“, ein anderer „Lügner“.

Die Version, die Staatsanwalt Tomas Orschitt kurz vorher vortrug, war schließlich eine ganz andere: heimtückischer Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes und zur Verdeckung einer anderen Straftat, der Vergewaltigung!

So brutal ging der Mörder vor

Carolin G. brach am 6. November gegen 15 Uhr zum Joggen auf. Sie wollte in den Nachbarort Endingen laufen, durch den Wald. Etwas zeitgleich hatte Catalin C. laut Anklage seinen VW Tiguan in der Nähe geparkt. Um 15.25 Uhr kam Carolin an dem kleinen Waldstück an. Der Staatsanwalt: „Dort trat ihr der Angeklagte gegenüber.“

Catalin C. hielt Carolin den Mund zu und würgte sie. Schon da hatte er laut Orschitt seinen Plan gefasst: „Der Angeklagte war entschlossen sich an ihr zu vergehen und sie zu töten.“ Der Fernfahrer schleifte Carolin laut Staatsanwalt einen Abhang im Wald hinunter, zog sie aus und verging sich an ihr. Die 27-Jährige soll dabei schon bewusstlos, aber noch am Leben gewesen sein.

Nach der Vergewaltigung, sagt Orschitt, habe der Angeklagte sein Opfer durch den Wald geschleift. Dann nahm er eine schwere Metallstange und prügelte auf Carolin ein. Der Staatsanwalt ist sich sicher: „Der Angeklagte handelte in der Absicht, eine spätere Identifizierung durch das Opfer zu verhindern.“ Einen Schuh Carolins versteckte er demnach in einem Weinberg, das Handy Carolins habe er zerstört.

Nach der Tat lebten Frauen in der Region um Freiburg in Angst. Drei Wochen zuvor war in Freiburg die Studentin Maria L. (19) ermordet wurden. Man vermutete zunächst einen Serientäter. Doch der Verdacht bestätigte sich nicht: Marias Killer ist Flüchtling Hussein K. (mindestens 22), dem zur Zeit ebenfalls in Freiburg der Prozess gemacht wird.

Catalin C. kamen die Ermittler erst im Juli auf die Schliche. Da stand durch einen DNA-Treffer schon fest, dass der gleiche Täter Lucile K. (20) in Österreich getötet haben muss. Der Rumäne wurde schließlich in Zusammenarbeit mit der österreichischen Polizei aufgespürt. Zu dem Fall in Kufstein wollte der Angeklagte sich in Freiburg aber nicht äußern. Auch nicht dazu, dass er bereits 2005 in Rumänien eine Prostituierte (23) niedergestochen haben soll.

Catalin C. jammert über Kindheit

Als erster Zeuge trat in dem Mord-Prozess Psychiater Peter Winckler (57) aus Tübingen auf. Ihm gegenüber hatte sich Catalin C. geöffnet. Winckler: „Es ist ungewöhnlich. Er hat kaum emotionale Regungen gezeigt. Nur dann, wenn es um seine Familie ging.“ Im weiteren Gespräch mit dem Gutachter habe er auch gejammert nicht mehr schlafen zu können, weil er seine Frau und seine beiden Kinder in Rumänien vermisse. Außerdem habe sich seine Mutter als Kind nicht um ihn gekümmert und sein Vater habe ihn immer wieder verprügelt.

Catalin C. droht eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes. Das Urteil von Richterin Eva Kleine-Cosack wird nach acht Verhandlungstagen am 22. Dezember erwartet.

Quelle: http://www.bild.de/regional/stuttgart/mord/joggerin-carolin-killer-prozess-53939046.bild.html#fromWall

Quelle: Foto: picture alliance / ROPI

            Foto: Eibner-Pressefoto

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.