Hat ER ein Mädchen (14) vergewaltigt?

Wieder ein Prozess um eine brutale Vergewaltigung in Bonn. Ein Flüchtling aus Eritrea (27) soll eine Jugendliche (14) zwei Mal zum Sex gezwungen haben.

Saal O.14, Bonner Landgericht. Ganz ernst hörte Binian L. der Anklage zu, wippte nervös mit den Füßen. Der Staatsanwalt: „Am 17. Mai gegen 22.30 Uhr verabredete er sich mit der Geschädigten am Allner See. Sie wollte sich Geld leihen.“

Dort soll sie der Mann aufgefordert haben, ihm zu einer Autobahnbrücke zu folgen – angeblich um in Ruhe zu reden. Vorher soll er uriniert haben: „Er forderte sie zum Oralverkehr auf.“

► Gewaltsam soll er das Mädchen dann zu Boden gedrückt, sie zum Oralverkehr gezwungen haben. Auch gewürgt haben soll er sie. Doch damit war der Horror für die 14-Jährige nicht vorbei. Sie wollte laut Anklage weglaufen. Die Staatsanwältin: „Sie rutschte aus, fiel hin. Er packte sie am Arm, schleifte sie zur Sieg.“ Zweimal soll Binian L. sein Opfer mit der Faust ins Gesicht geschlagen und dann vergewaltigt haben.

Der Angeklagte schwieg noch zum Vorwurf. Er war mit dem Opfer schon länger als Kumpel befreundet, nicht aber als Paar. Sein Anwalt Bernd Arnold: „Es gab Probleme, ihn mit einem Dolmetscher in der JVA zu besuchen und ein Vorgespräch zu führen. Das wird jetzt nachgeholt.“

Erst danach werde sein Mandant Stellung nehmen. Aber: „Wir wollen nicht alles abstreiten und totschweigen.“

Doch zur Person sagte Binian L. aus. Er wohnte mit der Mutter und den drei Geschwistern auf dem Land in Eritrea. Der Vater war schon verstorben, als er noch klein war. Die Familie betrieb Landwirtschaft.

Im Juli 2014 flüchtete er nach mehreren Stationen in Äthiopien, Sudan und Libyen mit einem Boot nach Italien, fuhr mit der Bahn über Frankreich nach Deutschland, stellte hier einen Asylantrag. „Ich bin anerkannt im Januar dieses Jahres“, behauptete er. Doch mit seinen Papieren habe es Probleme gegeben.

Schlimm für das Mädchen, dessen große Angst sein soll, dass man ihm nicht glaubt: Freunde und Bekannte des Opfers, die es direkt nach der Tat noch am See getroffen hatten, bezweifeln die Vergewaltigung. „Ich bin ganz ehrlich“, so eine 18-Jährige, die kurz vorher mit ihr telefoniert hatte. „Sie hat ganz normal gesprochen, kam auch ganz normal mit Binian auf uns zu. Erst dann fing sie an zu heulen.“

Der Richter deutlich zu einer weiteren Zeugin (17): „Aber es gab Spermaspuren im Mund der Geschädigten und woanders. Da muss ja was gewesen sein.“ Achselzucken bei der jungen Frau. Sie berichtete dann aber, dass das Opfer sich seine Unterhose angezogen hätte: „Sie hatte sie nicht an.“

Wie schwer traumatisiert das Opfer ist, berichtete ihr Vater. Angstzustände, Panik vor der Dunkelheit, sie könne nicht allein sein, Schulbesuche seien kaum möglich. Der näherrückende Gerichtstermin habe ihren Zustand verschlechtert: „Sie hat fünf Tage nichts gegessen und getrunken.“ Zur Zeit werde sie stationär in der Psychiatrie behandelt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Quelle: http://www.bild.de/regional/koeln/vergewaltigung/wurde-eine-14-jaehrige-vergewaltigt-53679478.bild.html#fromWall

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