Mann der ermordeten Schlossherrin: Möchte dem Killer ins Gesicht schauen

Die im Tiergarten gefundene Frauenleiche ist die seit Dienstag vermisste Susanne Fontaine. War es ein Raubmord?

Die seit Dienstagabend vermisste Berlinerin Susanne Fontaine (60) ist auf dem Nachhauseweg ermordet worden! Das ergab die Obduktion eindeutig, wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte. Fontaine hatte sich nach einem Kneipen-Abend im „Schleusenkrug“ von ihren Freundinnen verabschiedet und sich dann auf dem Weg zum Bahnhof Zoo gemacht. Um 22.15 Uhr war das.Der Weg führt am Bahndamm entlang, etwa 500 Meter bis zum Hardenbergplatz. Dort wollte die Kunsthistorikern, sie ist Kastellanin in den beiden Weltkulturerbe-Schlössern Glienicke und auf der Pfaueninsel, in den Bus der Linie M49 steigen. Mit dem wollte sie nach Hause. Drei Kilometer ist die Strecke.Ihr Mann Klaus Rasch (66) fand sie morgens nicht in ihrem Bett und alarmierte die Polizei. Drei Tage der Ungewissheit, des Wartens – ein Martyrium für den Ehemann und seine Tochter Fabienne (38). Am Vormittag noch sagte Klaus Rasch zur B.Z.: „Es gibt leider noch keinen einzigen Hinweis auf meine Frau.“

Frauenleiche neben dem Gehweg entdeckt

Doch dann die dramatische Wende – Freitagnachmittag, 13 Uhr, machten Passanten den Gruselfund: Etwa fünf Meter abseits des gepflasterten Schleusenwegs fanden sie eine Frauenleiche. Noch am Vortag hatte der verzweifelt suchende Ehemann entlang genau gegenüber der Fundstelle Plakate mit Fotos seiner Frau aufgehängt, um Hinweise zu bekommen.

Zwei Stunden später standen Mord-Ermittler bei ihm in der Wohnung: „Sie zeigten mir Bilder vom Fundort. Ihre Hand mit dem Ehering und der Ring, den sie da drüber trug. Ich erkannte ihn sofort, das war ihr Ring. Ein schwarzer, eingefasster Stein. Und auch die Bluse war ihre.“

Wie genau sie Tode kam, war noch unklar. Fakt ist aber: Sie ist gewaltsam gestorben. Polizeisprecher Winfried Wenzel zur B.Z.: „Wir gehen nach Lage der Leiche und Auffindesituation von Fremdeinwirkung aus.“ Die Leiche der Mutter und Großmutter wurde Freitagabend noch einer „Sofortobduktion“ durch die Gerichtsmedizin unterzogen.

Am Abend bestätigte die Polizei nach der Obduktion dann die Identität der Leiche.

Wut auf den mutmaßlichen Killer

Bei dem Ehemann von Frau Fontaine tat sich am Freitag seelisch ein großes Loch auf, ohnmächtiger Schmerz und auch Wut auf den mutmaßlichen Killer seiner geliebten Frau: „Ich möchte dem Mann, der ihr das angetan hat, einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Dieser Mann soll wissen, dass er nicht nur mein Leben, sondern auch das meiner Tochter und der Enkelin zerstört hat.“

War es ein Raubmord?

Ob Susanne Fontaine Opfer eines Raubmordes wurde, oder möglicherweise einem Sexualverbrechen zum Opfer fiel, war am Freitag noch unklar. Sie trug eine kleine Handtasche aus Canvas in sogenannter „Military-Optik“ bei sich. Für einen Raubmord spricht, dass ihr Handy von dem Killer am Donnerstagmorgen eingeschaltet wurde.

Offenbar wollte er die SIM-Karte aktivieren. Bitter für den Witwer Klaus Rasch. „Ich bekam eine SMS vom Handy meiner toten Frau, dass es eingeschaltet wurde.“
Die Polizei war bis in den Abend hinein am Freitag mit der Spurensicherung beschäftigt.

Quelle: http://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/mann-der-ermordeten-schlossherrin-moechte-dem-killer-ins-gesicht-schauen

Foto: Timo Beurich

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