Nachtrag zu Angeklagter schweigt vor Gericht zu versuchter Vergewaltigung

Ohne Aussage des Opfers geht es nicht. Weil der Angeklagte im Prozess um eine versuchte Vergewaltigung eisern schweigt, musste eine Schülerin gestern am Neuburger Amtsgericht erneut schildern, was sich im vergangenen September in Pfaffenhofen ereignet hat.

Ein Urteil gab es am ersten Verhandlungstag allerdings nicht; noch stehen zu viele offene Fragen im Raum.

Während die Unklarheiten vor allem den Anfang des Verbrechens betreffen, das sich damals unweit des Pfaffenhofener Volksfesttrubels ereignet haben soll, ist das Ende dank zweier Zeugen bekannt. Ein Ehepaar aus der Gemeinde Hohenwart hatte den Flüchtling aus Pakistan und die damals 14 Jahre alte Schülerin in den frühen Abendstunden in einer dunklen Gasse bemerkt und war schließlich eingeschritten. Staatsanwalt Fabian Lettenbauer geht davon aus, dass die beiden dadurch Schlimmeres verhindert haben. “Der Angeklagte wollte sich gerade seiner Hose entledigen und den Geschlechtsakt vollziehen”, erklärte er. So aber blieben das Mädchen und ihr Angreifer bekleidet, wie die beiden gestern als Zeugen dem Jugendschöffengericht bestätigten.

Dem Ehepaar war das Geschehen zunächst sogar noch ganz harmlos erschienen. “Das sah in der Finsternis erst aus wie ein normales Liebespärchen”, erklärte die Frau und betonte, sie habe die Szene wegen ihrer beiden kleinen Töchter möglichst rasch hinter sich bringen wollen. Erst als eines der beiden Kinder jedoch die – zwar stumme, aber doch sichtbare – Gegenwehr der 14-Jährigen bemerkte, wurde das Paar stutzig. Dann handelte der Mann. “Ich habe sie dann angesprochen, da hat sie gesagt: ,Helfen Sie mir, ich will das nicht €˜”, erklärte der Familienvater, der den Angreifer daraufhin zurechtwies. Als dieser von der Schülerin abließ, sei das Mädchen in Richtung Festplatz geflüchtet. Auch der Mann habe sich kurz darauf entfernt, schilderte der Hohenwarter.

Doch zu 100 Prozent erkennen wollten die beiden Zeugen den Angeklagten gestern nicht. “Es war sehr dunkel, er müsste es aber gewesen sein”, sagte der Familienvater nur. Auch die Aussagen weiterer Zeugen bei der Polizei ließen Zweifel an den Vorwürfen aufkommen. Wie Verteidiger Franz Heinz erklärte, soll die Schülerin einem Bekannten gegenüber später von zwei Angreifern gesprochen haben. Außerdem war das Mädchen demnach am frühen Abend in einer größeren Gruppe unterwegs, zu der neben dem Angeklagten ein weiterer Asylbewerber aus Pakistan gehört haben soll. “Der soll ihm sehr ähnlich sehen”, so Heinz.

Weil sich diese Zweifel gestern nicht ausräumen ließen, wird der Prozess am 16. März fortgesetzt. Jugendrichter Gerhard Ebner schloss nicht aus, dass dann weitere Zeugen zur Aufklärung beitragen sollen. Und auch die Aussage des Mädchens, die es unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne den Angeklagten machte, wird dann verlesen. Leicht fiel der Schülerin, die aus dem Landkreis Pfaffenhofen stammt, der Weg in den Gerichtsaal jedenfalls nicht, wie sich gestern zeigte. Zu belastend sind die Geschehnisse vom vergangenen September für sie.

Quelle:Donaukurier

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