Islamunterricht ist bereits gestartet

An der Grundschule Opladen und der Fontane-Schule gibt es nun jeweils eine Lehrstunde Islam pro Woche. Zwei weitere Stunden sollen hinzukommen – Ausweitung möglich. Bislang gibt es aber erst eine dafür fortgebildete Lehrerin.

Früher als geplant, nämlich schon im Laufe des ersten Schulhalbjahres, ist an zwei Leverkusener Grundschulen der islamische Religionsunterricht gestartet worden. Ursprünglich hatte das neue Fach erst zum zweiten Halbjahr angeboten werden sollen. “Es hatte vom Stundenplan her aber schon früher geklappt. Und die Lehrkraft ist da”, berichtet Schulrat Thomas Wieners.

An der Gemeinschaftsgrundschule Opladen gibt es nun eine Stunde pro Woche islamischen Religionsunterricht, gemeinsam für 25 Kinder der Klassen 3 und 4. An der Theodor-Fontane-Schule ist es ebenfalls eine Stunde für 25 Erst- und Zweitklässler, die zusammen unterrichtet werden. “Ab dem zweiten Halbjahr kommen weitere Gruppen hinzu”, kündigt Wieners an. Dann erhalten auch Erst- und Zweitklässler der Grundschule in Opladen sowie Dritt- und Viertklässler an Fontane-Schule jeweils in einer gemeinsamen Gruppe Islamunterricht.

In der Chemiestadt ist knapp ein Viertel (1377) der 6158 Grundschüler muslimisch, teilt die Stadtverwaltung mit. Jeder Dritte ist katholisch (2111), jeder Vierte evangelisch (1075). Die Nachfrage nach islamischem Religionsunterricht steigt. Nach Angaben des Schulministeriums wünschen ihn sich mehr als 83 Prozent der muslimischen Bürger in NRW. Der Unterricht selbst ist auf Deutsch. Die Lehrpläne erstellt das NRW-Schulministerium. “Gott” und “Allah” werden teilweise zusammen verwendet, um hervorzuheben, dass beide Namen im Kern gleich zu verstehen seien, heißt es darin. Der Unterricht sei auch mehr als eine ethische Orientierung. Er sensibilisiere für grundsätzliche religiöse Fragen und die Bedeutung von Religion im Leben der Menschen. Im Herbst 2012 begannen die ersten 33 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen mit dem “Islamischen Religionsunterricht”. Das Fach wird Wieners zufolge auf Antrag von Eltern (nicht von Verbänden) an Schulen eingerichtet, sofern Lehrer im Landesdienst mit der Lehrerlaubnis “Idjaza” zur Verfügung stehen und mindestens zwölf Schüler teilnehmen würden.

Eine Ausweitung des Unterrichts ist dem Schulrat zufolge grundsätzlich möglich. Allerdings nur mit entsprechendem Personal. Und das fehlt bislang. Die Grundschullehrerin, die jetzt Islam unterrichte, sei eine Klassenlehrerin, die sich fortgebildet habe. “Sie wird weiterhin als Klassenlehrerin gebraucht”, sagt Wieners. Sie könne also nur bedingt auch an anderen Schulen eingesetzt werden.

An weiterführenden Schulen ist der Islamunterricht ebenfalls möglich. Er wurde auch jahrelang erfolgreich an der Hauptschule an der Neukronenberger Straße praktiziert – bis eben die Lehrerin wegging. Von den Fünft- bis Zehntklässlern (Sekundarstufe I) in Leverkusen ist jeder Fünfte (rund 1800) muslimisch. Genauso viele sind evangelisch. Die größte Gruppe in der Sekundarstufe I, nämlich mehr als jeder dritte Schüler, ist katholisch (knapp 3300).

Quelle: RP

 

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