Jugendliche werfen Kontrolleurin aus Duisburger Straßenbahn

Vier Jugendliche haben eine Fahrkartenkontrolleurin aus einer Straßenbahn der Linie 903 geschubst. Sie stürzte und musste ins Krankenhaus.

Das hätte auch richtig böse enden können: Vier Kinder und Jugendliche – 13 und 14 Jahre alt – haben am Dienstagnachmittag um 15.20 Uhr eine 49-jährige Fahrkartenkontrolleurin aus einer Straßenbahn der Linie 903 geschubst. Die Kontrolleurin wollte eigentlich nur die Tickets der Jugendlichen überprüfen, als die Jungs sie an der Haltestelle Duissern durch die geöffnete Tür der Bahn stießen.

Andere Kontrolleure eilten zur Hilfe

Sofort eilten ihr die Kontrolleure aus der anderen Waggons zu Hilfe. Einen der vier Jugendlichen konnten die Kollegen der Frau sofort stellen. Der 13-jährige Junge hatte zudem einen Tablet-Computer dabei, auf dem sich auch die Fotos der anderen Straßenbahn-Schubser befanden. Das DVG-Team konnte den Rechner im Gerangel sichern, die Polizei sichert nun die Daten und ermittelt derzeit die Identität der anderen Jugendlichen.

Die Kontrolleurin musste sich wegen einer schmerzhaften Gesäßprellung im Krankenhaus behandeln lassen. Sie erstellte Anzeige gegen die Jugendlichen.

Körperliche Übergriffe eher die Ausnahme

Übergriffe wie diese seien bei der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) eher die Ausnahme, wie Sprecher Ingo Blazejewski erklärte. Verbale Dispute oder auch Vandalismus machen in Duisburger Bahnen mehr Probleme.

So stellen besonders die so genannten „Türaufrisse“ ein großes Problem für die Verkehrsgesellschaft dar. Dabei reißen nach Aussage der DVG vornehmlich junge Männer die Falttüren noch während der Einfahrt in die Haltestelle auf und springen dann aus der fahrenden Bahn. Die Konsequenzen müssen zumeist die anderen Fahrgäste erleiden: Zeitverlust, Türstörungen und ein großer Schreck.

Nach Worten des Unternehmen-Sprechers wurden alleine bis Ende November 361 Fälle von Gefährdungen aller Art registriert: 286 gefährliche Türaufrisse, 40 Fälle von Ziehen der Notbremse, fünf Fälle von Blenden der Fahrer durch Laserpointer und 30 Fälle von Beleidigung und Bedrohungen der Fahrer. Zudem wurden in einem Zeitraum von Ende Oktober bis Ende November konsequent alle Gefährdungen bei der Polizei zur Anzeige gebracht: Es kamen in fünf Wochen immerhin 130 Anzeigen alleine in den drei Straßenbahnlinien zusammen.

Quelle: WAZ

Foto: Philipp Wahl

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