Ignorierte Polizei Anrufe von Sex- Opfern?

Fast ein Jahr nach der Kölner Silvesternacht sind neue brisante Details veröffentlich worden. Anders als bisher behauptet hatte die Kölner Polizei sehr wohl frühe und klare Hinweise auf sexuelle Übergriffe in der Stadt. Den ersten Anruf einer betroffenen Frau sollen die Beamten jedoch als “Böllerwerfen” abgeschwächt haben. In der Silvesternacht 2015 hatten in Köln überwiegend aus Nordafrika stammende Täter sexuelle Übergriffe auf Hunderte Frauen verübt.

Wie der Kölner “Express” am Sonntag berichtete, habe es einen ersten Anruf einer betroffenen Frau zu Silvester bereits um 22.30 Uhr gegeben. Nach den bisher vorliegenden Angaben des Kölner Polizeipräsidiums sollen Kräfte der Bereitschaftspolizei allerdings erst gegen 0.50 Uhr am Neujahrsmorgen also knapp zweieinhalb Stunden später Kenntnis davon erhalten haben, dass Frauen am Hauptbahnhof und im Umfeld des Domes von Männergruppen angegangen und belästigt wurden.

Nahm die Polizei die ersten Hilfe- Anrufe nicht ernst genug?

Brisant: Die Schilderungen der Anruferin, wonach sie am Hauptbahnhof “von ganz vielen angefasst” worden sei, wurden dem “Express” Bericht zufolge bei der Polizei lediglich als Hinweis auf verstärktes Böllerwerfen registriert. Ihre teils dramatischen Schilderungen gingen jedoch im Kommunikationschaos der Nacht unter.

Köln: 1200 Notrufe gingen in der Silvesternacht ein

Der “Express” beruft sich in seinem Artikel dabei auf eine Auswertung von über 1200 Notrufen, Funkverkehr und Einsatzprotokollen bei der Kölner Polizei während der Silvesternacht. Demnach wandten sich bereits frühzeitig mehrere Opfer von Sexualdelikten beziehungsweise deren Begleiter über den Notruf 110 an die Polizei.

In der Silvesternacht 2015 hatten überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammende Täter am und im Kölner Hauptbahnhof massive sexuelle Übergriffe auf Frauen und Diebstahlsdelikte verübt.  Die Übergriffe lösten eine bundesweite Debatte über den Umgang mit straffälligen Flüchtlingen aus.

Polizei überwacht Flüchtlinge in sozialen Medien

Für dieses Jahr haben Stadt, Polizei und Bahn ein umfassendes Sicherheitskonzept ausgearbeitet, um ähnliche Ausschreitungen wie im Vorjahr zu verhindern. Ermittler richten dabei schon im Vorfeld ihren Fokus auf die sozialen Medien wie Facebook und Twitter. “Dolmetscher, Sprach- und Kulturvermittler beobachten die sozialen Netzwerke”, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei in der Vorwoche gegenüber der “Bild” Zeitung. “Sie werden die Arbeit der 1500 Polizisten unterstützen.” Im vorigen Jahr war den Behörden offenbar entgangen, dass sich Tausende Flüchtlinge aus dem deutschen Bundesland Nordrhein- Westfalen und sogar dem benachbarten Ausland zur Silvesterparty am Kölner Dom verabredet hatten.

Polizei stockt Kontingent für heurigen Silvester massiv auf

Bei der Bundespolizei sollen zudem mehrere Hundert Beamte zum Einsatz kommen. Alle wichtigen Bahnhöfe im Bundesland Nordrhein- Westfalen (Düsseldorf, Dortmund, Essen, Köln) werden besetzt. Die Flughäfen sind im Visier, Züge der Deutschen Bahn werden überwacht, mit uniformierten Kräften, aber auch zivilen Fahndern, die den Fokus auf Taschendiebe werfen sollen.

Eigens für den Jahreswechsel wird auch die Videotechnik ausgeweitet. Die Beamten sind mit Bodycams ausgestattet. Zusätzliche Beleuchtung sichert den Bahnhofsvorplatz, Hubschrauber mit Videotechnik werden zur Bewachung eingesetzt.

Quelle: Kronen Zeitung

Foto: APA/dpa/Markus Boehm

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