Schüler vergewaltigten 15-Jährige – 5 Schuldsprüche

Eine 15-jährige Schülerin ist vor rund eineinhalb Jahren von mehreren Burschen im Arztzimmer ihrer Schule vergewaltigt worden. Fünf der Beteiligten im Alter von 15 bis 16 Jahren wurden am Donnerstag vor Gericht schuldig gesprochen. Der Hauptangeklagte wurde zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Die übrigen fassten bedingte Haftstrafen zwischen drei und zwölf Monate.

Der Fall wurde erst Monate nach der Tat bekannt, als sich das Opfer einer Betreuerin in ihrer neuen Schule anvertraute. Gegen insgesamt 20 Beteiligte wurde ermittelt, sechs Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren mussten sich vor Gericht verantworten.

Bereits vor Tat sexuelle Belästigung
Das damals 15-jährige Opfer sei bereits vor der Tat bei mehreren Vorfällen in den Räumlichkeiten einer Grazer Neuen Mittelschule wiederholt an Brust und im Genitalbereich begrapscht worden, wie sie bei einer Gefragung vor dem Prozess zu Protokoll gab. Im Arztzimmer der Schule kam es dann auch zur Vergewaltigung.

Alle Angeklagten seien in irgendeiner Form beteiligt gewesen: Manche waren aktiv am sexuellen Übergriff beteiligt, andere hätten verhindert, dass das Opfer flieht, indem sie die Tür versperrten. Zumindest könne man allen “ein Nichtstun zur Last” legen, da sie nicht eingriffen, so die Staatsanwältin.

“Von Reue oder Mitleid keine Spur”
Die Angeklagten hätten nur zugegeben, dass “schon etwas passiert” sei, jeder gab aber an, nichts damit zu tun gehabt zu haben. So belasteten sich die Burschen – die meisten von ihnen österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund – gegenseitig. “Von Reue und Mitleid aber keine Spur”, stellte die Staatsanwältin fest und forderte eine dementsprechend harte Bestrafung. Der Verteidiger wies auf Widersprüche in den Angaben des Opfers hin. Man vermute Schutzbehauptungen der damals 15-Jährigen, um vor der eigenen Familie nicht in Ungnade zu fallen.

Der Hauptangeklagte wurde zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Für vier weitere Angeklagte gab es bedingte Haftstrafen zwischen drei und zwölf Monaten. Einer der sechs Angeklagten wurde freigesprochen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Quelle:Heute

Foto: Sabine Hertel

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