Sexuelle Belästigung: Mehr Sicherheit im Zug

16-Jährige soll von 20-jährigem Mann bedrängt worden sein.

ÖBB rüsten auf offene Waggons um.

Eine 16-Jährige soll in einem Zug von einem Mann gepackt, gestreichelt und geküsst worden sein. Der Zugbegleiter wurde auf das weinende Mädchen aufmerksam und rief die Polizei. So geschehen vergangenen Sonntag in Tirol. Dass Frauen in Zügen immer wieder sexuelle Belästigung erleben, zeigte die gewaltige Resonanz in den Sozialen Medien, als im März Hunderte Frauen unter dem Hashtag #ImZugPassiert ihre Erfahrungen preisgaben. Der KURIER sprach mit den ÖBB, was für die Sicherheit in den Zügen getan wird.

Zu dem aktuellen Zwischenfall kam es am Sonntag zwischen Zams und Innsbruck:

Laut Polizei soll die 16-Jährige den 20-jährigen Afghanen weggestoßen haben – dieser dürfte aber nicht von ihr abgelassen haben. Das Mädchen gab außerdem an, sie habe sich wegen des aggressiven Verhaltens des Mannes nicht getraut, den Schaffner zu rufen.

“Der Vorfall ereignete sich in einem Intercity-Zug, in denen es noch abgetrennte Abteile gibt”, schildert ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. Um die Sicherheit zu erhöhen, seien diese Züge Auslaufmodelle: “Bis Jahresende werden fast nur noch Railjets unterwegs sein. Deren Waggons sind offen und übersichtlich, ganz ohne versteckte Ecken.” Ebenso gebe es in nahezu jedem Waggon die Möglichkeit, via Hebel eine Sprechverbindung zum Lokführer herzustellen. Zudem würde man Schaffner laufend zum Thema Sicherheit schulen.

“Nur zwischen München und Verona verkehrt noch regelmäßig ein Intercity. Dort kann man aber Tickets für eigene Frauenabteile buchen”, ergänzt Zumtobel.

Aufschrei im Netz

Dass die Thematik viele Frauen betrifft, demonstrierten Hunderte Tweets mit dem Hashtag #ImZugPassiert im März. Initiatorin war die Kunstpädagogin Anna Lena Bankel. Aufgrund der zahlreichen Wortmeldungen kommt sie zu folgendem Schluss: “Bei den Vorfällen, die Frauen damals posteten, waren keine Rückschlüsse auf die Herkunft oder Hautfarbe der Täter zu ziehen.”

Viele der Vorkommnisse würden sich zudem in einem Graubereich abspielen: “Da werden Frauen angestarrt, wie zufällig berührt oder verfolgt”, beschreibt Bankl. “Oft hat man Angst – man weiß aber nicht, wie man richtig reagieren soll.”

Ob die Kampagne etwas veränderte? “Hashtags zu diesen Themen kommen immer wieder. Ich hoffe, dass es jedes Mal etwas bewirkt, und dass Männer merken: So ein Verhalten ist nicht cool oder witzig.”

Quelle:kurier.at

Foto: KURIER/Jürg Christandl

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