Dealer will Drogen an Zivil-Fahnder verkaufen

Kurz nach 22 Uhr in der City, eine schmuddelige kleine Straße. Aus einem Wettbüro dringt matter Lichtschein nach draußen. Dann greift die Polizei zu.

Der mutmaßliche Drogen-Dealer (Mitte) schaut wie ein begossener Pudel: Seine „Kunden“ sind Zivilpolizisten

 

 

 

 

 

 

 

DROGEN-RAZZIA AM STEINTOR!

Und einen besonders dämlichen Dealer erwischt: Der Schwarzafrikaner drehte ausgerechnet Zivilfahndern Drogen an…

„Wie geht’s“, beginnt er auf typische Weise das Verkaufsgespräch. In seiner Unterhose hat er zwei Gramm Marihuana. Die Beamten kassieren die Drogen, statt Geld gibt’s ‘ne Anzeige…

Das Wettbüro wenige Schritte entfernt gilt als Dealer-Treff, 60 bis 70 Männer sind da, überwiegend Afrikaner. Ein Ermittler: „Die sind hier nicht wegen der Wetten.“ Sie warten auf Anrufe, werden zu Kunden geschickt. Die Drogen haben sie am Mann oder gebunkert – hinter der Heizung, in Mülleimern. Nachdem sich Rocker-Boss Frank Hanebuth aus dem Vergnügungsviertel zurückzog, entbrannte ein Kampf der Drogen-Banden um den Absatzmarkt.

Wenige Meter weiter: Vor einem Café am Steintorplatz lungern rund 30 Schwerstabhängige herum. In den Blumenkästen liegen gebrauchte Spritzen.

Das Gebiet der albanischen Drogen-Mafia. Hier geht’s um Kokain und Crack.

Ein Kerl rennt weg, als er die Beamten sieht. Die Polizisten schnappen ihn. In der Tasche hat er 500 Euro in kleinen Scheinen, die Kokain-Kügelchen wahrscheinlich runtergeschluckt. Sein Pass ist nagelneu, samt Touristen-Visum.

Die Ermittler wissen:

Im Balkan-Gebiet kann man ohne Grund seinen Namen ändern. Mit immer neuen Pässen und Visa kommen die Kriminellen zu uns, dealen weiter. Die Beamten: „Das Schlucken der Kokain-Kugeln lernen schon die Kinder, üben mit Kirschkernen.“

Regelmäßig kontrolliert die Polizei das Viertel, vor allem an Wochenenden. Dirk Hallmann, Leiter der Polizeistation Raschplatz: „Kriminalität schläft nicht und kennt keinen Feiertag.“

Sechs Stunden ist die Polizei in dieser Nacht unterwegs, stellt Marihuana, Crack, Ecstasy, ein verbotenes Einhand-Messer sicher. 16 Männer kassieren Anzeigen, 35 Platzverweise.

Nachts traue ich mich nicht mehr in die City

BILD-Reporterin Jana Godau begleitete den Einsatz: „Es war beängstigend, eine Parallel-Welt. Wir stehen vor dem Wettbüro, sind plötzlich umringt von Männern, die lautstark diskutieren. Immer näher kommen. Bedrohlich! Die wissen genau um ihre Rechte, viele offenbar aber nicht um ihre Pflichten. Ich traue mich nachts nicht mehr in die Innenstadt, schon gar nicht in diese Ecke. Es droht zwar keiner direkt, aber es ist und bleibt ein mulmiges Gefühl. Und das mitten im Herzen unserer schönen Stadt!“

https://www.bild.de/regional/hannover/hannover-aktuell/razzia-am-steintor-dealer-will-drogen-an-zivil-fahnder-verkaufen-57623096.bild.html

 

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