Kriminalität ausländischer Jugendlicher in MV ist hoch

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sieht Probleme und nennt die Zahlen besorgniserregend. Er warnt aber auch vor einer Pauschalisierung gegenüber Flüchtlingen.

Jugendliche Ausländer begehen in MV rein statistisch betrachtet mehr Straftaten als ihre deutschen Altersgenossen. Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben des Innenministeriums zu rund 12 100 Straftaten, bei denen die Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt waren und aus Deutschland stammten. Dem gegenüber stehen rund 2600 Straftaten von Personen gleichen Alters, die eine andere Staatsangehörigkeit besitzen. Ende 2017 lebten laut Statistischem Landesamt rund 74 000 Ausländer in MV, ein Anteil von 4,6 Prozent.

Den größten Anteil in der Statistik ausländischer jugendlicher Tatverdächtigter zu 2017 machen Syrer aus – 992 Fälle. Es folgen Afghanen (301), Russen (145) und Polen (136). Hierbei handele es sich nur um aufgeklärte Fälle, teilt das Ministerium auf eine Anfrage der AfD im Landtag mit.

Caffier: „Große Probleme mit syrischen Mitbürgern“

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bestätigt die Tendenz. Es gebe vor allem „große Probleme mit den syrischen Mitbürgern“. Die Zahlen seien besorgniserregend, auch wenn etwa die Hälfte der Straftaten jugendlicher Ausländer „untereinander begangen“ würden.

Schon vor Monaten warnte Caffier vor zunehmender Kriminalität durch Zuwanderer. Von 2016 zu 2017 habe sich die Zahl der Straftaten hier um 25 Prozent erhöht. Zumeist gehe es um Körperverletzung, Nötigung oder Bedrohung. Bei der Jugendkriminalität bestätige sich dies. Laut Ministerium lag der Anteil tatverdächtiger Jugendlicher, die nicht aus Deutschland stammen, im Vorjahr bei 16 Prozent. Pauschal dürfe dies aber nicht auf Flüchtlinge übertragen werden. „Flüchtlinge werden genauso wenig oder oft straffällig wie Vergleichsgruppen der hiesigen Bevölkerung“, so eine Sprecherin. Wiederholungstäter müssten dagegen „schnell ermittelt und hart bestraft werden“.

AfD fordert mehr Prävention

Die AfD im Landtag fordert mehr Prävention. „Jugendliche Migranten ohne Arbeit sollten zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet werden“, so Thomas de Jesus Fernandes. „Eine Zusammenführung mit Familien in sicheren Drittstaaten ist voranzubringen. Und wer schwer kriminell ist, muss in Zukunft auch mit aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen rechnen.” Denn die Statistik des Ministeriums belege, „dass es sich nicht nur um einen ,gefühlten’ Anstieg besonders im Bereich der Jugendgewaltkriminalität handelt, sondern um eine tatsächlich verschlechterte Sicherheitslage“, so Fernandes.

Regional betrachtet gibt es bei der Jugendkriminalität in MV erhebliche Unterschiede – unabhängig von der Nationalität. Schwerpunkte sind die Zentren Rostock und Schwerin, aber auch der Kreis Mecklenburgische Seenplatte.

http://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/Polizei-Report/Aktuelle-Beitraege/Kriminalitaet-auslaendischer-Jugendlicher-hoch

Foto Hendrik Schmidt / dpa

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