Sohn auf dem Küchentisch beschnitten: Vater angeklagt

Ein Vater soll die Beschneidung seines neun Jahre alten Sohnes auf dem Küchentisch veranlasst haben. Der 52-Jährige steht nun vor Gericht.

Weil er die Beschneidung seines neun Jahre alten Sohnes auf einem Küchentisch veranlasst haben soll, steht ein 52-Jähriger vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten.

In seiner Heimat sei eine Beschneidung normal, erklärte der angeklagte Angolaner am Montag zu Prozessbeginn. Der Eingriff sei durch “professionelle Beschneider und mit einem Lasergerät erfolgt”. Der Vorwurf, er habe seinen Sohn festgehalten, treffe nicht zu. Der Junge habe auch zugestimmt.

Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung. Den Ermittlungen zufolge sollen weder der Junge noch die ebenfalls sorgeberechtigte Mutter mit dem Eingriff im Oktober 2015 in der Wohnung des Vaters einverstanden gewesen sein. Die Beschneidung sei nicht nach den Regeln der ärztlichen Kunst erfolgt und habe den Jungen traumatisiert.

Die Mutter sagte, ihr Sohn habe den Vater im Stadtteil Reinickendorf besucht, als es zu dem Eingriff kam. Als das Kind am Abend wieder bei ihr war, habe es “wie am Spieß geschrien”. Sie sei mit dem Jungen sofort in ein Krankenhaus gefahren. Dort habe eine Ärztin den Kopf geschüttelt, als sie den Verband sah. Tagelang habe ihr Sohn unter Schmerzen gelitten. Ihr geschiedener Mann habe am Telefon erklärt:

“Ich habe 200 Euro dafür hingelegt, jetzt ist er sauber.”

Eine rituelle Beschneidung von Jungen ist in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. So dürfen solche Eingriffe nur nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden. In den ersten sechs Lebensmonaten des Säuglings dürfen religiöse Beschneider den Eingriff vornehmen, soweit sie ausgebildet sind. Ist das Kind älter, darf die Beschneidung nur von Ärzten vorgenommen werden. Der Prozess wird am 25. Juni fortgesetzt.

Quelle: https://www.morgenpost.de/berlin/article214542885/Illegale-Beschneidung-Vater-kommt-vor-Gericht.html

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