Aggressive Jugendbanden bepöbeln Passanten am Kröpcke

Vor der McDonald’s-Filiale an der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade verbreiten rund 30 Jugendliche Angst unter Geschäftsleuten und Passanten. Vor allem am Wochenende rottet sich die Gruppe zusammen und bedrängt dort fremde Menschen. Die Polizei vermutet ein Kräftemessen zweier Banden.

Die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade am Kröpcke hat ein Problem mit aggressiven Jugendlichen. Rund 30 Teenager beleidigen, schubsen und belästigen Fußgänger sowie Geschäftstreibende am Übergang der Passerelle zur Stadtbahnhaltestelle. Die Jugendlichen versammeln sich meist zum Wochenende hin ab etwa 18 Uhr vor der McDonald’s-Filiale und verbreiten ein bedrohliches Klima. Das Phänomen ist inzwischen so groß geworden, dass sowohl die Polizei als auch das Sicherheitsunternehmen Protec verstärkt gegen die Jugendlichen vorgehen wollen.

Fast alle Gewerbetreibenden kennen die Gruppe, doch kaum einer möchte aus Sorge vor der Bande seinen Namen nennen. „Die machen hier immer Stress“, sagt der Betreiber eines Geschäfts. Das Ganze sei im Herbst losgegangen. „Sie streiten sich sehr laut, einmal sogar zwei Mädchen direkt vor meinem Laden“, sagt der Mann. Als er dazwischengegangen sei, sei er von den beiden massiv beleidigt worden. „Die machen so einen Lärm, dass wir teilweise nicht einmal mehr die Kunden im Laden verstehen“, sagt eine andere Geschäftstreibende in der Niki-Promenade. Auch bei ihr sei ein Kollege im Dezember eingeschritten „und wurde daraufhin selbst angepöbelt“.

Kräftemessen zwischen zwei Banden

Auch Passanten werden von den Jugendlichen beleidigt. „Sie scheinen zu gucken, ob die Fußgänger reagieren oder nicht“, sagt die Mitarbeiterin eines Imbiss. Die meisten gingen jedoch ohne Regung weiter oder machten einen Bogen um die Horde. Die Polizei musste bereits mehrfach eingreifen. Unter anderem am Montag und Dienstag stellten die Beamten die Personalien der Jugendlichen fest – zuletzt waren es 26. „Es handelt sich um 13- bis 18-Jährige aus allen Stadtteilen“, sagt Behördensprecherin Wiebke Weitemeier. Auch die Nationalitäten seien bunt gemischt. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass zwei Banden zu einer Art Kräftemessen am Kröpcke zusammenkommen. „Da pöbelt immer eine Truppe Mädels gegen eine Truppe Jungs“, sagt Nadine Tücking vom Blumengeschäft Zaubernuß. Gleiches berichten auch andere Gewerbetreibende.

Zentraler Anlaufpunkt der Jugendlichen scheint dabei der Tunnel vor der McDonald’s-Filiale zu sein. „Dort gibt es immer etwas zu essen, gleichzeitig darf an dem Durchgang zur Stadtbahn geraucht werden“, sagt ein Geschäftstreibender. Nach HAZ-Informationen musste McDonald’s seit Dezember bereits dreimal die Polizei rufen, um lärmende und herumlungernde Jugendliche aus der Filiale zu holen. Beim dortigen Schlüsseldienst wollte die Gruppe zudem einmal Pfefferspray kaufen, doch der Betreiber lehnte ab.

Es drohen Hausverbote

„Wir haben die Jugendlichen im Blick“, sagt Polizeisprecherin Weitemeier. Auch die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) als Betreiberin der Niki-Promenade will nun offenbar gegen die Jugendlichen vorgehen. „Der Sicherheitsdienst Protec wird sich dort ab sofort verstärkt aufhalten“, sagt HRG-Geschäftsführer Thomas Heinemann auf HAZ-Anfrage. Es könne nicht angehen, dass Geschäftsleute und Passanten belästigt und bepöbelt würden. „Sollten wir das feststellen, wird es Hausverbote geben“, sagt Heinemann. Gleichzeitig ermutigt er die Ladeninhaber am Kröpcke, dem Sicherheitsdienst „bei allen Auffälligkeiten sofort Bescheid zu sagen“.

Die Angestellten hoffen, dass die Jugendlichen schnellstmöglich nicht mehr am Kröpcke herumlungern. Sie bauen darauf, dass die ständigen Polizeikontrollen und die regelmäßige Anwesenheit der Protec-Mitarbeiter abschreckend wirken. Möglicherweise verschwinden die Halbstarken auch wieder, sobald das Wetter besser wird. „Es muss was geschehen“, sagt eine Verkäuferin resigniert, „oft kommen unsere Kunden nicht einmal mehr bis zum Tresen durch.“

Quelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Hannover-Aggressive-Jugendbanden-bepoebeln-Passanten-am-Kroepcke

Foto: Lehmann

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