Betrügerbande zerschlagen – Kopf der Bande in Haft 100.000 Euro Schaden

Ein herausragender Erfolg bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität ist dem Kriminalkommissariat Tübingen mit der Festnahme eines 23-jährigen beninischen Staatsangehörigen in Kiel gelungen.

Der Mann, der als mutmaßlicher Kopf und Drahtzieher einer bundesweit agierenden Gruppe von Warenkreditbetrügern gilt, wurde am Dienstag letzter Woche von den Fahndern des Kriminalkommissariats Tübingen und der Bezirkskriminalinspektion Kiel mit Unterstützung von Spezialkräften an seinem Wohnort in Kiel festgenommen. Er befindet sich zwischenzeitlich in Untersuchungshaft. Mit der Zerschlagung der Bande konnten bundesweit wohl mehr als 200 Straftaten aufgeklärt werden.

Die Staatsanwaltschaft Tübingen und das Kriminalkommissariat Tübingen ermitteln bereits seit April diesen Jahres nach einer Serie des Warenkreditbetrugs in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen gegen sieben Tatverdächtige im Alter von 17 bis 38 Jahren.

Den vorwiegend aus dem Benin und der Elfenbeinküste stammenden Männern wird vorgeworfen, durch betrügerische Onlinebestellungen einen Schaden von über 100.000 Euro verursacht zu haben. Alle Mitglieder der Bande konnten identifiziert werden und befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Auf die Spur der Tatverdächtigen war die Kriminalpolizei im April 2017 gekommen. Damals war einer der Beschuldigten beim Abholen einer betrügerisch erlangten Bestellung in Reutlingen festgenommen worden. (siehe Pressemeldung vom 26.04.2017/13.21 Uhr)

Aufwändige und zeitintensive Ermittlungen führten die Fahnder der eigens gebildeten Ermittlungsgruppe dann sukzessive auf die Spur der bundesweit agierenden Gruppierung, die nach der im April erfolgten Festnahme ihren Tätigkeitsschwerpunkt nach Nordrhein-Westfalen verlagert hatte. Weitere Bandenmitglieder konnten im September und Oktober mit Unterstützung der örtlichen Kriminalpolizeidienststellen identifiziert und in Eschweiler, Köln und Bernburg festgenommen werden.

Die Männer stehen im dringenden Verdacht, mittels verfälschter Pässe im Internet hochwertige Waren bestellt oder Mobilfunkverträge abgeschlossen zu haben. Bestandteil der Mobilfunkverträge waren subventionierte Mobiltelefone, welche dann über Paketzusteller an die Adressen der vermeintlichen Käufer übersandt wurden.

Über die Sendungsverfolgung war den Verdächtigen bekannt, wann mit der Zustellung der bestellten Waren oder der Telefone bei den von ihnen als Käufer angegebenen Personen zu rechnen war. Dort sollen sie dann in der Regel den Zusteller abgepasst und die Waren in Empfang genommen haben. Wenn dies misslang, sollen die Beschuldigen die Pakete später an der nächstgelegenen Postfiliale unter Vorlage der falschen Pässe abgeholt haben.

Am Dienstag letzter Woche konnte der 23-jährige Beniner in Kiel widerstandslos festgenommen werden. Er steht im dringenden Verdacht, der Kopf und Hauptdrahtzieher der Bande zu sein und ein bundesweites Netz parallel agierender Tätergruppierungen unterhalten und gesteuert zu haben. Ferner soll er die durch den Weiterverkauf der betrügerisch erlangten, hochwertigen Markenartikel erzielten Gewinne über verschiedene Finanzdienstleister ins Ausland transferiert haben.

Bei der richterlich angeordneten Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten konnten neben zahlreichen Beweismitteln wie gefälschte Pässe auch hochwertige Schmuckstücke und betrügerisch erlangte Markenartikel im Wert von über 30.000 Euro gefunden und beschlagnahmt werden.

Der 23-Jährige wurde im Laufe des Dienstags dem Haftrichter beim Amtsgericht Kiel vorgeführt. Dieser erließ den von der Staatsanwaltschaft Tübingen beantragten Haftbefehl und setzte ihn in Vollzug. Der Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110976/3820654

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