Mordanklage wegen Bluttat mit religiösem Hintergrund in Oldenburg

Es geschah an einem warmen Sommertag mitten in der Fußgängerzone. Der 22-jährige Helal A. H. stach mit dem Messer auf einen Bekannten ein. Und gestand vor Gericht: „Ich bin in dem Moment gewissermaßen durchgedreht!“

Prozess-Auftakt vor dem Landgericht Oldenburg. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen an. Ein Religionsstreit soll Auslöser gewesen sein für die tödlichen Messerstiche auf Opfer Abdel H. J. (33).

Der Angeklagte habe sich rächen wollen, weil er sich in seiner Ehre verletzt fühlte. In Handschellen betritt Helal A. H. den Saal. Er stammt wie das Opfer aus Syrien. Seine Haare sind kurz rasiert, er trägt Sportjacke und Trainingshose.

Laut seiner Aussage spielte es sich so ab: Vor dem Coffee Shop in der Fußgängerzone (Lange Straße) trifft er gegen 17.50 Uhr auf das spätere Opfer. Fühlt sich provoziert, weil dessen Begleiter im Fastenmonat Ramadan raucht: „Ich bat ihn, ein Stück zur Seite zu gehen, weil ich fastete.“ Da habe der ihm den Rauch ins Gesicht geblasen.

Es kommt zur Rangelei!

Die Kontrahenten sollen den Angeklagten mit einem Stuhl geschlagen, ihm gedroht haben, ihn umzubringen. In der Achternstraße eskaliert der Streit! Helal sagt aus: „(…) Ich hab den Verstand verloren. Ich hatte vier Tage gefastet. Kein Marihuana geraucht wie sonst täglich. Ich wollte ihm eigentlich nur Angst machen.

Der Angeklagte zieht dem Opfer das Messer durchs Gesicht. Dass er danach zwei Mal in den Oberkörper gestochen haben soll, daran könne er sich nicht mehr erinnern. Einer der Stiche öffnet den Herzbeutel, Abdel stirbt noch am Tatort.

Quelle: http://www.bild.de/regional/bremen/prozesse/messer-mord-oldenburg-53951462.bild.html

Foto: Sandra Beckefeldt

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