Anregung zu sexueller Gewalt? Sex-Roboter Roxxxy lässt sich vergewaltigen

Die lebensgroße Pseudo-Frau Roxxxy bietet eine Einstellung, mit der Männer eine Vergewaltigung nachstellen können. Kann das Übergriffe im echten Leben verhindern oder regt es im Gegenteil Männer mit entsprechenden Neigungen noch dazu an?

Frisur, Haarfarbe und Persönlichkeit: Der Hersteller TrueCompanion vertreibt Sex-Roboter nach individuellem Wunsch. Für rund 10.000 Dollar bekommt der Kunde eine lebensnahe Frauen-Puppe mit synthetischer, fleisch-ähnlicher Haut und künstlicher Intelligenz. Sie ist, laut dem Slogan der Firma, „allzeit bereit“ und „immer heiß“.

Für eine Version des Roboters stimmt diese Behauptung allerdings nicht ganz – und genau das schlägt zur Zeit in den Medien und sozialen Netzwerken hohe Wellen. Puppen mit der Persönlichkeitseinstellung „Frigid Farrah“ simulieren nämlich keinen Spaß am Sex, sondern zeigen, dass ihnen intime Berührungen nicht gefallen. Sie können „nein“ sagen. Aber sie können sich nicht wehren.

Nein heißt bei „Frigid Farrah“ nicht nein

Mit diesem Sexroboter lassen sich also Vergewaltigungsfantasien ungehemmt ausleben – eine Funktion, die polarisiert und über die entsprechend heftig diskutiert wird. So gibt es Stimmen, die in der Erfindung einen Segen sehen, weil sie tatsächliche sexuelle Gewalt verhindern könne. Andere halten „Frigid Farah“ für eine gefährliche Inspiration, die dazu beitrage, Vergewaltigung zu normalisieren – und das Verhalten auch auf Menschen zu übertragen.

In einem Kommentar in der „New York Times“ schreibt Laura Bates, Gründerin der Sexismus dokumentierenden Website Everyday Sexism Project: „Vergewaltigung ist kein Ausdruck sexueller Leidenschaft. Sie ist ein gewalttätiges Verbrechen. Wir sollten genauso wenig Vergewaltiger dazu ermutigen, ein scheinbar sicheres Ventil dafür zu finden, wie Mörder, indem wir ihnen realistische, blutspritzende Puppen geben, die sie erstechen können.“

Die Nachfrage an Sex-Puppen steigt

Die australische Sexkolumnistin Vanessa de Largie befürwortet dagegen den Ansatz von TrueCompanion:

„Wir können uns vormachen, in einer Fantasiewelt zu leben, in der Vergewaltigungen und Vergewaltigungsfantasien nicht existieren. Aber Fakt ist, dass sie es tun. Und als eine Person, die eine Vergewaltigung erlitten hat, ziehe ich es vor, dass eine Person ihre Fantasie mit einem Sex-Roboter auslebt, bevor sie es mit einem Menschen tut.“

Bislang gibt es noch keine Studien, die die Auswirkungen von Sexrobotern auf die Psyche von (potentiellen) Vergewaltigern untersucht haben.

Sicher ist aber, dass die Nachfrage an den Puppen steigt:

In Barcelona gibt es seit kurzem ein Sexpuppen-Bordell namens „Lumi Dolls“. Und laut einer Befragung der Universität Duisburg-Essen könnten sich knapp 40 Prozent der 263 männlichen Befragten vorstellen, sich in den nächsten fünf Jahren einen Sexroboter zu kaufen.

Von der „Frigid Farah“, die sich gegen Intimitäten zur Wehr setzt, einmal abgesehen:

Die Puppen ermutigen ihre Besitzer in jedem Fall dazu, sie nach Belieben zu benutzen – und das wird und sollte sich eine Partnerin aus Fleisch und Blut nicht gefallen lassen. Es bleibt also ebenso fraglich, wie es sich auf das Frauenbild in der Gesellschaft und auf unser Miteinander auswirkt, wenn Sexroboter in Zukunft selbstverständlich werden.

Quelle: http://www.focus.de/digital/diverses/aktuelle-diskussion-anregung-zu-sexueller-gewalt-sex-roboter-roxxxy-laesst-sich-vergewaltigen_id_7497119.html

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