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Montag, 16 Oktober 2017

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Sexueller Missbrauch in 446 Fällen: Täter gesteht

Prozess am Landgericht München: Mit esoterischen Geschichten macht sich ein 42-Jähriger ein minderjähriges Mädchen gefügig. Der geständige Ukrainer wird dafür über vier Jahre in Haft gehen. Die Details sind erschütternd.

Der Mann auf der Anklagebank lächelt so freundlich wie andauernd, lässt sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen. Auch nicht durch die schweren Vorwürfe, die ihm die Staatsanwaltschaft macht.

Yevgen S. (42) hat sich laut Anklage der Misshandlung von Schutzbefohlenen, der Körperverletzung und des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen schuldig gemacht. Und das nicht nur ein oder zwei Mal. Allein beim sexuellen Missbrauch geht die Anklage von 446 Fällen zwischen März 2014 und Juli 2016 aus.

Die traurige Geschichte beginnt im Jahr 2012. Ludmilla (Name geändert) war 14 Jahre alt, als sie den Angeklagten, einen Sportmanager, in der Ukraine kennenlernt. Ludmillas Mutter überzeugte der Kletter-Experte, dass sie ihm ihre Tochter in Obhut gebe. Das Mädchen sollte ihn und seine Ehefrau, eine Profi-Kletterin, nach Deutschland begleiten, er habe hier gute Verbindungen und Ludmilla damit Chancen auf eine bessere Zukunft als in ihrer Heimat.

Die Zukunft? Sexuelle Übergriffe und „Übungen“

Doch die Zukunft der Jugendlichen an den wechselnden Wohnorten in München, Bad Tölz, Wolfratshausen und Ulm war vor allem geprägt durch sexuelle Übergriffe ihres Mentors. Er tischte ihr zu diesem Zweck eine Geschichte vom Krieg der weißen und schwarzen Kraft auf. Um den Sieg der weißen Kraft sicherzustellen, müsse sie mit ihm „Übungen“ machen. Dann würden ihr Superkräfte erwachsen.

Eine solche „Übung“ war das Abbinden einer Hand mit einem Seil oder Gürtel. Oder der Mann nahm Ast, Seil oder Gürtel und schlug Ludmilla damit. In mindestens fünf Fällen so lange bis das Mädchen blutete.

Dazu kamen fast tägliche sexuelle Übergriffe des Mannes – bin hin zum Geschlechtsverkehr. Im Juli 2016 gelang es Ludmilla, sich von ihrem Peiniger zu befreien. Yevgen S. wanderte in U-Haft. Im Prozess kam es am Freitag zu einem Übereinkommen der Prozessbeteiligten: Yevgen S. gesteht, und darf dafür mit einer Haftstrafe rechnen, die nicht länger als vier Jahre und acht Monate dauern soll.

Der Prozess wird am Montag mit der Videovernehmung des Opfers fortgesetzt. Sein Geständnis erspart Ludmilla das Erscheinen vor Gericht. Außerdem will ihr der 42-Jährige 10.000 Euro für das erlittene Leid bezahlen.

Quelle: http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.missbrauch-im-namen-der-kraft-sexueller-missbrauch-in-446-faellen-taeter-gesteht.b77925fa-4be8-45ed-ba2f-bffd37d97aa8.html

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