Afghane stach Freundin ins Gesicht – Prozess

Vor etwas über einem Jahr kam es zu blutigen Szenen in der Wiener U- Bahn- Station Währinger Straße

Ein 27- jähriger Afghane stach wie von Sinnen auf seine 21 Jahre alte Freundin ein, traf sie mitten im Gesicht. Die Frau sackte schwerst verletzt zusammen, schwebte sogar in Lebensgefahr. Heute muss sich der Messerstecher wegen versuchten Mordes vor dem Landesgericht für Strafsachen verantworten.

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Afghane zu Mordversuch: „Kann mich nicht erinnern“

Vor etwas über einem Jahr kam es zu blutigen Szenen in der Wiener U- Bahn- Station Währinger Straße: Ein 27- jähriger Afghane stach wie von Sinnen auf seine 22 Jahre alte Freundin ein, die sich von ihm trennen wollte. Die im Gesicht und am Hinterkopf verletzt Frau sackte schwerst verletzt zusammen, schwebte sogar in Lebensgefahr. An die Bluttat konnte oder wollte sich der Angeklagte am Montag im Wiener Landesgericht nicht erinnern. Er sprach von der „Liebe meines Lebens“.

Staatsanwältin Ursula Schrall- Kropiunig warf dem Mann, der eigenen Angaben zufolge als Musiker und Poet vor den Taliban nach Österreich geflüchtet war, versuchten Mord zur Last. Er war der jüngeren Frau, mit der er entfernt verwandt ist, in Wien als Verlobter vermittelt worden. Die Verlobung scheiterte allerdings, weil der musische Mann, der sich Wien als Hilfsarbeiter verdingte, die von der Familie der jungen Frau geforderten 10.000 bis 11.000 Euro nicht aufbringen konnte. Die beiden Afghanen führten daher eine heimliche Beziehung, die sich zusehends verdüsterte, weil die Lebensstile der zwei immer mehr auseinanderdrifteten.

Während der Mann schließlich zu arbeiten aufhörte, von der staatlichen Fürsorge lebte und sich hochprozentigem Alkohol und Cannabiskraut hingab, holte die junge Afghanin den Schulabschluss nach, ließ sich zur Kindergärtnerin ausbilden, besuchte eine Fahrschule und am Abend einen Englisch- Kurs. Außerdem legte sie das Kopftuch ab. Die Staatsanwältin bezeichnete ihren Werdegang als „Musterbeispiel einer gelungenen Integration“.

Anwältin: „Angeklagter hat ihren Lebenstraum zerstört“

„Sie hat sich vorgestellt, in Österreich ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Der Angeklagte hat ihren Traum zerstört“, berichtete Irene Oberschlick, die Rechtsvertreterin der 22- jährigen Frau, den Geschworenen. „Nicht einmal die Ärzte haben gedacht, dass sie überleben wird. Es ist ein Wunder, dass sie noch am Leben ist.“ Ihre Mandantin sei aufgrund des inkriminierten Vorfalls „dauerhaft pflegebedürftig

Rückblende in der Anklageschrift auf den 12. Juli 2016: Nachdem sie ihrem Freund mitgeteilt hatte, dass sie sich von ihm trennen werde, passte dieser die 22- Jährige in den Abendstunden des 12. Juli 2016 an der U- Bahn- Station Währinger Straße mit bereits gezücktem Klappmesser ab. Zuvor hatte der Angeklagte seiner „Zweitfreundin“, die er an einem Ziegelteich am Wienerberg kennengelernt hatte („Sie war betrunken, ich war high. Wir haben gekuschelt“) per SMS angekündigt, er werde die 22- Jährige töten, weil diese ihn „verarscht“ hätte. Die fünf Stiche bewirkten bereits lebensgefährliche Verletzungen. Doch die junge Frau stürzte obendrein über eine Eisenstiege in die Tiefe, was zusätzlich einen lebensbedrohlichen Schädelbasisbruch zur Folge hatte.

27- Jähriger ließ sich widerstandslos festnehmen

Der 27- Jährige ließ sich noch am Tatort widerstandslos festnehmen. „Ich denke, ich bin schuldig, weil, ich fast einen Menschen umgebracht habe. Zum Glück hat sie es überlebt“, meinte der Angeklagte am Montagvormittag. Seine Verteidigerin plädierte allerdings auf schwere Körperverletzung mit bezogen auf die Lähmungserscheinungen der 22- Jährigen Dauerfolgen. Vom Tötungsvorsatz sei der Mann zurückgetreten, weil er noch am Tatort Polizei und Rettung verständigt, die Schwerverletzte bei Bewusstsein gehalten und Passanten um Hilfe gebeten hätte.

Angeklagter: „Ich weiß nicht, wie ich begonnen habe zu stechen“

In der U- Bahn- Station habe er seiner Freundin zunächst in Wange kneifen wollen, schilderte der Angeklagte. Sie habe das unterbunden und ihm vorgehalten, dass sie zehn oder 100 Männer andere haben könne. Als sie ihm mit der flachen Hand auf seinen Mund schlug, habe ihn Angst und Wut, aber auch „Panik, sie zu verlieren“ erfasst: „Ich weiß nicht, wie ich begonnen habe zu stechen.“ Er könne sich erst wieder erinnern, wie er den Kopf der blutend am Boden Liegenden hielt und diese ihn „Sei kein Esel, ich liebe dich“ wissen ließ.

Dem Angeklagten, der zuletzt als Hilfsarbeiter beschäftigt war, drohen zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Quelle: http://www.krone.at/oesterreich/afghane-zu-mordversuch-kann-mich-nicht-erinnern-freundin-attackiert-story-578944

 

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