Ein 37-Jähriger muss knapp 1000 Euro Geldstrafe zahlen für einen sexuellen Übergriff

Ein Zugreisender in der Regionalbahn verfolgt eine fremde Frau, nachdem er versucht hatte, sie zum Sex zu überreden, bis ins Bad Säckinger Polizeirevier. Von Unrechtsbewusstsein ist bei ihm danach keine Spur.

Der 37-Jährige, der Ende Januar in der Regionalbahn mehrere Frauen belästigt hat, wurde vom Waldshuter Amtsrichter zu 975 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Mann hatte sich nicht zum ersten Mal an Frauen vergriffen. Aufsehen erregte die Hartnäckigkeit, mit der er eine der Frauen in Bad Säckingen bis auf die Wache des Polizeireviers verfolgt hat.

Dort war vorläufig Pause für den Mann, der abends im Regionalzug zwischen Waldshut und Bad Säckingen drei fremde Frauen nacheinander zum Sex aufgefordert, eine von ihnen auch angefasst hatte. Die Betroffene, die wie eine andere Mitfahrerin im Prozess die Belästigungen sachlich und ohne Belastungseifer schilderte, hatte im Zug ein Buch gelesen, als sich der Unbekannte gegenüber setzte und ihr ein Gespräch aufdrängen wollte. Seine Angebote, „miteinander Spaß zu haben“, formulierte er auch direkter. Als er ihr unterhalb des Rocksaums an beide Knie griff, reichte es der Frau. Sie entzog sich dem Übergriff ebenso wie dem folgenden Griff an die Waden. Worauf der Fahrgast zwei weiteren Frauen im Abteil sexuelle Angebote machte und sich jeweils eine Abfuhr holte.

Als die Frau in Bad Säckingen ausstieg, merkte sie, dass ihr der Mann folgte – auch kreuz und quer durch die Stadt. Nach Hause wollte die Berufspendlerin nicht, um dem Verfolger ihren Wohnsitz nicht zu verraten. In ihrer Not strebte sie das Polizeirevier an. Auch dorthin folgte ihr Schatten. Für die Beamten war der Mann kein Unbekannter. Sie setzten ihn fest, bis die verfolgte Frau ihre Wohnung erreicht hatte. Der Beschuldigte habe keinerlei Unrechtsbewusstsein gezeigt, so ein Beamter, sondern bekundet, er könne machen, was er wolle.

Neben der sexuellen Belästigung ging es vor Gericht auch um ein knappes Gramm Haschisch, das die Polizei aus anderem Anlass im Schrank des Mannes gefunden hatte. Weil es sich um eine geringe Menge gehandelt hatte und bei der sexuellen Belästigung kein Grapschen im Intimbereich zu ahnden war, plädierte Staatsanwalt Michael Blozik für 65 Tagessätze à 15 Euro als Geldstrafe. Dem folgte Richter Rafael Kania, aber mit dem Hinweis, dass „man dies auch anders hätte sehen können“. Zumal der 37-Jährige schon 2015 eine Frau in die Brust gekniffen und eine Begleiterin, die nach der Polizei hatte rufen wollen, mit dem Tod bedroht hatte. Die Geldstrafe dafür hat der Verurteilte teilweise in Haft abgesessen. Dorthin werde ihn das nächste Delikt direkt führen, prophezeite der Richter.

Der Angeklagte hatte nicht zur Tat, aber zur Person ausgesagt. Er gab an, täglich fünf Flaschen Bier und gelegentlich Wodka zu trinken sowie Haschisch zu konsumieren. Stimmen flüsterten ihm oft böse Sachen ein, auch zu töten. Mehrfach sei er ambulant in der Psychiatrie gewesen.

Quelle: http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/kreis-waldshut/Ein-37-Jaehriger-muss-knapp-1000-Euro-Geldstrafe-zahlen-fuer-einen-sexuellen-UEbergriff;art372586,9325729

Wir berichteten:

Ein 36 Jahre alter Gambier steht im Verdacht, am Sonntagabend im Zug von Waldshut nach Bad Säckingen mehrere Frauen sexuell belästigt zu haben.

Sexuelle Belästigung im Zug

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