Rapoldipark: Angst kehrt ins Idyll zurück

Ein zwölfjähriges Mädchen wurde im Rapoldipark massiv bedroht, weil es nicht auf einen Annäherungsversuch reagierte. Kein Einzelfall, beklagt die Mutter.

„Nicht so schauen, sonst stech ich dir ein Messer in die … (Vulgärausdruck für Vagina).“ So reagierte am Mittwochabend ein Nordafrikaner im Innsbrucker Rapoldipark, als ein Mädchen seinen Annäherungsversuch ignorierte.

Der Mutter reicht’s jetzt: „Meine Tochter ist erst zwölf. Sie ist ganz durcheinander.“

Mindestens ebenso ärgert die Rapoldipark-Anrainerin die scheinbare Ohnmacht der Exekutive:

„Als wir die Polizei riefen, sagten die Beamten nach ihrer Ankunft, ihnen seien die Hände gebunden.“

Schauplatz des Vorfalls war die kleine Brücke zwischen dem Rapoldipark und dem Einkaufszentrum Sillpark:

Als die Zwölfjährige und ihre ältere Schwester (17) nach dem Shoppen auf dem Heimweg waren, mussten sie an einer Gruppe Nordafrikaner vorbei.

Die Männer pfiffen den Mädchen nach, einer rief „Schatzi, Baby, komm her“. Als die Mädchen nicht reagierten, drohte der Nordafrikaner mit der Messerattacke.

Offenbar kein Einzelfall, sagt die Mutter:

„Wir haben fast jeden Abend eine Nordafrikaner-Party im Rapoldipark. Auch tagsüber sind sie da und dealen ungeniert vor aller Augen. Ich kenne mittlerweile jedes Drogenversteck.“ Am Sonntag sei sie von vier Männern beim Joggen durch den Park verfolgt worden: „Und wer schief schaut, wird angemacht. Ich habe Angst um meine Töchter, die auf dem Weg zur Schule täglich durch den Park und über die kleine Brücke müssen.“

Die Tipps der immer wieder einschreitenden Polizeibeamten seien gut gemeint, aber letztendlich keineswegs befriedigend:

„Uns wurde geraten, bei Dunkelheit ja nicht das Haus zu verlassen und nicht aus dem Fenster zu starren. Das könnte die Nordafrikaner aggressiv machen“, empört sich die Pradlerin: „Ja, wo sind wir denn!“

Der Innsbrucker Polizeichef Martin Kirchler räumt ein, dass die Nordafrikaner-Szene wieder etwas mehr im Rapoldipark und auch in Wilten unterwegs ist.

„Eine Folge unserer Bemühungen am Hauptbahnhof, wo sie weitgehend vertrieben werden konnte.“

Der Kommandant betont aber auch, dass die Situation bei Weitem nicht so schlimm sei wie vor der Einrichtung der Schutzzone (im März 2007) im Rapoldipark. Damals war das Erholungsgebiet zum Zentrum der Drogenszene geworden. Mütter mieden die Anlage, Stadtpolitiker suchten nach Lösungen, die Polizei war im Dauereinsatz. Mit der Einführung der Schutzzonen und dem damit verbundenen Wegweisungsrecht konnten die Dealer vertrieben werden.

Das soll auch so bleiben:

Laut Kirchler sind täglich mehrere Streifen unterwegs, die auch vom Wegweisungsrecht regelmäßig Gebrauch machen. „Heuer hatten wir im ersten Quartal 45 Wegweisungen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 34“, sagt der Polizeichef. Dass die Situation nicht eskaliert ist, zeige auch die Kriminalstatistik: „Im ersten Halbjahr 2015 hatten wir in diesem Bereich 15 Delikte gegen Leib und Leben (Drohungen, Körperverletzungen etc.), heuer waren es zehn.“

Dass sich bei der Bevölkerung in Bezug auf den Rapoldipark kein Sicherheitsgefühl einstellen will, liege auch an den Flüchtlingen.

„Die halten sich halt gern im Park auf, stehen in Gruppen zusammen, sind aber harmlos“, versichert Kirchler.

Nichtsdestotrotz sind inzwischen wieder verstärkt Polizeibeamte in Zivil im Park unterwegs. Eine Folge der Änderung des Suchtmittelgesetzes – seit Kurzem ist das Dealen in der Öffentlichkeit wieder mit bis zu zwei Jahren Haft bedroht.

Quelle: http://www.tt.com/panorama/11677084-91/rapoldipark-angst-kehrt-ins-idyll-zur%C3%BCck.csp

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