Ermittlungen wegen sexueller Übergriffe in Löbau

Im Herrmannbad in Löbau haben Asylbewerber offenbar minderjährige Mädchen belästigt. Sie filmten und begrapschten die Jugendlichen, bis die Polizei das unsittliche Treiben beendete. Zwei Syrer wurden vorläufig festgenommen.

Tolles Sommerwetter am vergangenen Freitag in der Oberlausitz. Auch deshalb tummelten sich zahlreiche Badelustige, darunter Jungen und Mädchen, im Wasser. Das Herrmannbad in Löbau ist ein beliebtes Ausflugsziel, denn das Bad wurde 2011 aus Anlass der 6. Sächsischen Landesgartenschau komplett saniert und umgebaut. Am Ufer des Löbauer Wassers entstand ein kleines Schmuckstück mit Kinderspielplatz und Feldern für Beachvolleyball. Doch am Nachmittag war es auf einmal mit der Urlaubsstimmung vorbei. Vier Asylbewerber machten Ärger, sagt der Oberbürgermeister von Löbau Dietmar Buchholz.

Zwei Asylbewerber, oder besser gesagt vier, haben dort Mädels belästigt. Sie haben auch Videos gedreht und das ist zur Anzeige gekommen. Nun warten wir die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft ab.

Dietmar Buchholz Oberbürgermeister Löbau

Die Asylbewerber sollen aber nicht nur Videos mit ihrem Smartphone gedreht haben, sondern zudem auch noch Kinder im Wasser begrapscht haben. Als der Schwimmmeister das unsittliche Treiben bemerkte und die Asylbewerber seinen Hinweisen nicht folgten, alarmierte der er die Polizei.

Blaulicht am Beckenrand

Drei Streifen des Polizeireviers Zittau-Oberland und unterstützende Streifen der Bundespolizei sausten zum Herrmannsbad. Auch Oberbürgermeister Dietmar Buchholz eilte an den Ort des Geschehens. Die Polizisten nahmen zwei Tatverdächtige vorläufig fest und die Personalien der anderen auf. Ein 31-jähriger Syrer filmte nach Angaben der Polizei minderjährige Badegäste gegen deren Willen. Ein 27-jähriger Landsmann soll Kinder im Schwimmbecken zudem unsittlich berührt haben. Die Polizei ermittelt wegen sexueller Belästigung. Die anderen Asylbewerber sind 19 und 20 Jahre alt. Sie haben im laufenden Strafverfahren derzeit den Status eines Zeugen.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Die Polizei hat nach eigenen Angaben die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, deshalb kann und will sich die zuständige Staatsanwaltschaft in Görlitz noch nicht zu dem Verfahren äußern. In Löbau hat das Verhalten der Asylbewerber für Empörung gesorgt.

Passanten bezeichneten den Vorfall als unerhört, beschämend und nicht hinnehmbar. Allerdings verweisen einige auch auf die Aufsichtspflicht und fragen: „Wo waren die Eltern?“ Andere loben die besonnene Handlungsweise des Schwimmmeisters: „Er hat richtig und vor allen zügig gehandelt.“

Hausverbot im Herrmannbad

Welche Konsequenzten das Verhalten der Asylbewerber im Herrmannbad haben wird, ist noch nicht abzusehen. Die Stadt Löbau hat als Badbetreiber gehandelt. Die vier Asylbewerber haben Hausverbot im Herrmannbad, sagt Oberbürgermeister Dietmar Buchholz.

Wir haben die Bilder dem Schwimmmeister zur Verfügung gestellt, damit er das Hausverbot auch durchsetzen kann.

Dietmar Buchholz Oberbürgermeister Löbau

Im Asylbewerberheim in Löbau wollte sich niemand zu dem Vorfall äußern. Auch das zuständige Landratsamt in Görlitz war bislang zu keiner Stellungnahme bereit.

Ähnliche Fälle am Berzdorfer See

Von ähnlichen Fällen wie in Löbau berichten auch Badegäste am Berzdorfer See, insbesondere am Nordstrand. Für den nördlichen Teil des Berzdorfer Sees ist die Stadt Görlitz verantwortlich. Die Stadt hat eine private Sicherheitsfirma beauftragt, am Berzdorfer See für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. „Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst,“ sagte Stadtsprecher Wulf Stibenz. „Wir werden die Leute der Sicherheitsfirma noch einmal auf das Problem hinweisen, um sie zu sensibilisieren.“

Quelle: http://www.mdr.de/sachsen/bautzen/loebau-asylbewerber-belaestigen-minderjaehrige-badegaeste-100.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.