Lebenslange Haft gefordert

Im Prozess um den mutmaßlichen Raubmord an einer 86-Jährigen in Landau-Mörlheim hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht in Landau eine lebenslange Haftstrafe für die beiden Angeklagten und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert – was eine

Haftentlassung nach 15 Jahren unmöglich macht. Oberstaatsanwältin Anne Herrmann ist überzeugt, dass die 25 und 30 Jahre alten Angeklagten die allein lebende alte Dame mit einem Komplizen, der sich abgesetzt hat, nachts in ihrem Haus am Ortsrand von Mörlheim überfallen, mit

Tritten und Schlägen schwer verletzt und sterbend zurückgelassen haben. Es sei ihnen egal gewesen, ob die 86-Jährige den Angriff überlebt.

Herrmann sieht aufgrund der 30 Verletzungen und der langen Zeit, die die Seniorin nach den Misshandlungen noch gelebt hat, auch das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt. Hauptmotiv sei allerdings Habgier gewesen.

Die Nebenkläger-Vertreterin Eva Lütz-Binder, die die sieben Kinder des Opfers vertritt, sprach von einer „sinnlosen und unverständlichen Tat“.

Alexander Grassmann, der den 25 Jahre alten Hauptangeklagten verteidigt, entschuldigte sich bei den Angehörigen und sprach ihnen sein Beileid aus.

Er geht davon aus, dass die Männer an jenem Abend „so wie immer“ betteln und stehlen wollten und dass dann etwas „völlig aus dem Ruder gelaufen“ und die Tat eskaliert sei.

Auch er fordert eine Verurteilung wegen Mordes, sieht aber aufgrund des Geständnisses seines Mandanten keine besondere Schwere der Schuld gegeben.

Verteidiger Ulrich Kempf, der den Älteren vertritt, spricht von einer „schwierigen Aufgabe“, da sein Mandant immer noch bestreitet, überhaupt am Tatort gewesen zu sein.

Er sieht den 30-Jährigen aber als Befehlsempfänger, der den Vorgaben des 25-jährigen Bettel-Clan-Chefs folgte.

Dennoch sind auch für Ulrich die Voraussetzungen für eine Verurteilung wegen Mordes erfüllt.

„Ich möchte mich 1000 Mal entschuldigen, aber ich habe die alte Frau nicht getötet, nur zweimal getreten“, ruft der 25-Jährige erregt in seinem Schlusswort. Sein mutmaßlicher Mittäter betont, dass man mit ihm den falschen Mann angeklagt habe und er unschuldig sei.

Quelle: morgenweb

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