Auf Grapschen folgte nach dem Dattenfelder Karnevalszug eine Schlägerei

Wenn an der Oberen Sieg gefeiert wird, dann kann das auch schon einmal ausarten. Just bevor es in wenigen Tagen wieder so weit ist, wurde am Mittwoch eine gewalttätige Auseinandersetzung aus der vergangenen Session vor dem Waldbröler Amtsgericht verhandelt.

Dabei ging es am Rande um Grapscherei und in der Hauptsache um gefährliche Körperverletzung nach dem Dattenfelder Karnevalszug am Veilchendienstag 2016. Einen der Angeklagten musste Richter Fabian Krapoth schon nach wenigen Minuten wieder entlassen.

Er sprach kein Deutsch. Ein Dolmetscher war für ihn nicht geladen. Im März soll gegen den knapp 30-Jährigen verhandelt werden.

Mit beiden Händen, so die Anklage, sollte der damals 26-jährige Angeklagte einer 38-Jährigen von hinten ans Gesäß gefasst haben.

Die Frau hatte sich „sehr bedrängt“ gefühlt, aber nicht gesehen, wer in der gut gefüllten Gaststätte zugegriffen hatte.

Ehemann und Sohn aber beförderten den Grapscher nach draußen. Ein dritter Jeck blieb, weil er – so die Aussage in den Prozessakten – „keine Lust auf eine Schlägerei“ hatte.

Wer am Hinterausgang als erster zu Boden ging und wer wen geschlagen hatte, ließ sich letztlich nicht klären.

Ein Polizist aus Rheinland-Pfalz, der in Zivil mitgefeiert hatte, berichtete als Zeuge, der 26-Jährige habe sich über den Ehemann gebeugt und zugeschlagen.

Er selbst habe befürchtet, dass sich aus den Jecken ein Mob bilde. Er habe seine Ausweis gezückt und sei dem mutmaßlichen Grapscher nach, auch um den womöglich zu schützen.

Der 26-Jährige gab an, er habe unten gelegen und sei geschlagen worden.

Der Polizist habe gelogen.

Der Vater und Ehemann wiederum erinnerte sich an keine Schläge sondern nur an die Tritte des zweiten Angeklagten gegen seinen Kopf.

Der Anwalt des 26 Jahre alten Flüchtlings vermutete, dass alle Beteiligten geschlagen hätten. Er deutete an, dass Vorurteile gegen seinen dunkelhäutigen Mandanten eine Rolle gespielt hätten.

Asylverfahren läuft

Auch auf Vorschlag des Staatsanwalts hin wurde das Verfahren am Ende eingestellt, zumal der 26-Jährige inzwischen eine Strafe wegen Diebstahls und Schwarzfahrens mit Sozialstunden ableistet.

Er wird von einem Unternehmer aus Hachenburg betreut, bei dem er arbeitet und der ihm auch den Anwalt vermittelt hatte.

Sein Asylverfahren läuft noch. Erstaunt waren die Juristen, dass die Polizei die Grapscherei als versuchten Diebstahl protokolliert hatte.

„Lassen sie die Finger von den Frauen“, gab Richter Krapoth dem 26-Jährigen mit auf den Weg.

Quelle: Rundschau Online

Foto: dpa

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