Prozess: 28-Jähriger vergewaltigt junge Frau in Wöhrd

Ein 28-Jähriger soll im März im Nürnberger Stadtteil Wöhrd eine Frau vergewaltigt und eine weitere begrapscht haben. Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gab er die Übergriffe vom 21. März zu.

Als verurteilter Straftäter war er damals im Drogenentzug untergebracht und sollte als Freigänger zur Arbeit gehen. In jener Nacht war eine junge Frau (20) auf dem Weg nach Hause. Sie hatte einen Freund besucht, mit öffentlichen Verkehrsmitteln wollte sie nicht fahren. “Ich dachte, wenn ich zu Fuß gehe, treffe ich nicht auf komische Leute”, sagt sie nun als Zeugin vor Gericht. Sie lief die Dr.-Gustav-Heinemann-Straße entlang, ein Fremder bat um ein Getränk.

“Dann hat er mich regelrecht angesprungen”, flüstert sie vor Gericht. In der 2. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth herrscht beklemmende Stille, jeder kann sich ausmalen, wie groß ihre Angst gewesen sein muss. Sie erzählt, wie der Fremde sie in den Würgegriff nahm, wie sie versuchte, sich mit einem Pfefferspray zu wehren, doch er ihr die Dose aus der Hand schlug, sie ins Gebüsch zerrte.

Ihrer Aussage ging eine Prozessabsprache voraus. Vereinbart wurde, dass der Angeklagte im Tausch gegen ein rasches Geständnis auf ein milderes Urteil hoffen darf. Der 28-Jährige, ein wegen Überfällen und Drogendelikten mehrfach vorbestrafter Mann, muss mit rund sieben Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Im Januar wird der Prozess mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

Bier, Wodka, Drogen

Als verurteilter Straftäter war er damals in der Klinik für junge Drogenabhängige im Bezirkskrankenhaus (BZK) Parsberg (Landkreis Neumarkt i. d. Opf.) untergebracht. Seine Lockerungsstufe erlaubte ihm den Gang zur Arbeit, doch nach 16 Monaten Abstinenz kippte er an jenem Tag gegen 13 Uhr zwei Dosen Bier.

Statt zu seinem zweiten Arbeitstag anzutreten, besuchte er erst einen Freund, nahm dann den Zug nach Nürnberg. Im Hauptbahnhof besorgte er sich Bier und Wodka, mit einem Bekannten trank er im Stadtgraben weiter, rauchte eine Kräutermischung und zog sich eine Droge, die er nicht kannte, durch die Nase. Schon zu diesem Zeitpunkt wusste er, dass alles aus dem Ruder lief, gibt er an.

Eine Nacht, die zwei Leben zerstört hat

Vor Gericht wirkt seine Reue glaubhaft, doch was nützt sie? Das Leben der jungen Frau, die von sich selbst sagt, psychisch schon seit ihrer Kindheit nicht stabil zu sein, hat er vorerst zerstört. Sie wagt sich kaum noch aus dem Haus, ihre Berufsausbildung hat sie abgebrochen, weil sie allein für eine Therapie ihre gesamte Kraft braucht. Und auch sein zweites Opfer, eine Studentin (26), kämpft noch mit den Folgen – mit ihr saß er bereits vor Mitternacht in der Straßenbahn. Als sie ausstieg, verfolgte er sie bis zur Schoppershofstraße. Dort riss er sie nieder, begrapscht sie Später belegten Videoaufnahmen aus der Straßenbahn die gemeinsame Fahrt.

Und es waren die zwei nahezu identischen Täterbeschreibungen, so die ermittelnde Polizistin vor Gericht, die auffielen: Beide Frauen hatten einen Mann mit Kapuzenjacke und dicken Lippen beschrieben, von kurzen “Afrolocken” gesprochen – nicht aber von einem Farbigen. Mit der Täterbeschreibung suchte die Polizei auch über die Nürnberger Nachrichten nach dem Verdächtigen, sofort kam ein Hinweis aus dem BZK. Einem Bekannten des Verdächtigen, bei dem Angeklagten handelt es sich um einen gebürtigen Bosnier, waren Kratzer in dessen Gesicht aufgefallen.

Quelle: nordbayern

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