“Viele Araber halten Frauen für verfügbar”

Viele Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, verstehen die Freiheiten der Frauen nicht, sagt die syrische Frauenrechtlerin Hiwy Ahmed im n-tv-Interview – und warnt vor weiteren Fällen sexueller Übergriffe.

Die syrische Frauenrechtlerin Hiwy Ahmed hat im n-tv Interview angezweifelt, dass das Frauenbild vieler Flüchtlinge mit der vorherrschenden Haltung in einer westlichen Gesellschaft kompatibel ist. “Den Frauen in der arabischen Welt werden ganz grundlegende Rechte vorenthalten, wie das Recht auf Bildung. In Saudi-Arabien dürfen sie nicht einmal Auto fahren. Die Frau wird bestimmt von ihrem Mann und ihrer Familie”, stellt Ahmed fest.

Auch unter vielen männlichen Flüchtlingen stellt sie eine traditionelle Sichtweise in Bezug auf die Rolle der Frau fest. Viele der Männer, die aus ihrer Region im Nordirak nach Europa geflohen seien, hätte noch nie Kontakt zum Westen gehabt. Sie kämen voller Vorurteile in eine für sie neue Welt.

Viele arabische Männer hätten ein ganz anderes Bild von den Freiheiten westlicher Frauen. “Sie glauben, dass sie verfügbar sind. Es gibt eben dieses Bild, dass Frauen, die keinen Schleier tragen, die sich nicht traditionell verhalten, dass diese Frauen unehrenhaft sind.” Dies sei einer der Gründe, aus denen es immer wieder zu sexuellen Übergriffen gegen Frauen komme. “Diese Männer sagen sich offenbar, wir sind in ein Land gekommen, das uns aufnimmt, aber wir müssen seine Regeln nicht beachten.”

Trotzdem erkennt Ahmed auch positive Entwicklungen. Diese seien jedoch von Region zu Region sehr verschieben. “Da tut sich schon eine ganze Menge. Zum Beispiel hatten die Frauen hier im Nordirak vor ein oder zwei Jahren noch deutlich weniger Rechte als heute.” Anders sei dies zum Beispiel in Syrien. “Ich kam als syrischer Flüchtling in den Irak. In meiner Heimat hat sich die Situation vieler Frauen wegen der politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre eher deutlich verschlechtert. Junge Mädchen ab 13 Jahren werden immer häufiger von ihren Familien verheiratet damit sie von dort wegkommen. Sie sagen, in unserem Land kann man nicht leben.”

Ahmed fordert: “Die Frauen müssen einfach auch selbstbestimmter auftreten. Sie müssen ihre Rechte einfordern, dann wird sich auch etwas verändern. Die Frauen sind manchmal auch Teil des Problems.” Manche arabische Frauen sagten: ‘Wenn mein Mann mich nicht schlägt, dann ist er kein Mann.’ “Ich will da ganz offen sein. Manche Frauen sagen auch: Warum muss eine Frau arbeiten? Oder studieren? Die Frau hat sich um Haus und Kinder zu kümmern. Deswegen fordern wir in unseren Programmen immer wieder dazu auf, dass Frauen ihre eigenen Rechte vehementer einfordern.”

Quelle: n-tv

Foto: Hiwy Ahmed aus Syrien

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