Immer mehr Anträge auf „kleinen Waffenschein“ in Köln

Nach den Ereignissen der Silvesternacht wird über die Sicherheit in der Stadt diskutiert, die Vergewaltigung einer jungen Frau am vergangenen Wochenende in der Innenstadt hat neue Fragen aufgeworfen.

Die beiden Männer, die in der Nacht von Freitag auf Samstag eine 25 Jahre alte Frau auf dem Hansaplatz – ein kleiner Park nahe des Hansarings – vergewaltigt haben, sind weiterhin auf der Flucht.

Bei der Polizei sind inzwischen zahlreiche Hinweise auf die Täter eingegangen, die Ermittlungen laufen weiter. Eingestuft wird die Tat vom Wochenende von der Polizei als “überfallartige Vergewaltigung beziehungsweise sexuelle Nötigung durch Gruppen”.

Wie viele Anzeigen des Tatbestands gibt es in Köln?

2010 gab es noch zehn Anzeigen in diesem Bereich, anschließend ging die Anzahl stetig zurück. 2015 gab es nur eine Anzeige. Die jährlichen Zahlen werden von der Polizei in der Kriminalitätsstatistik ausgewertet, die Bilanz für das laufende Jahr gibt es erst im nächsten Frühjahr. Die Polizei konnte zu aktuellen Zahlen daher keine Angaben machen. Nach den Übergriffen an Silvester gingen insgesamt 506 Anzeigen zu Sexualdelikten ein, diese reichen von Beleidigung über sexuelle Nötigung, versuchte Vergewaltigung bis zu Vergewaltigung. 27 Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung, hier der Penetration mit Fingern, laufen noch. Ob die Täter in Gruppen vorgegangen sind, lassen die Zahlen nicht erkennen.

Steigt die Nachfrage nach Schreckschusspistolen, Pfefferspray und dem “kleinen Waffenschein” weiter?

Die Kölner Waffengeschäfte geben über Absatzzahlen keine Auskünfte. Ingo Meinhard vom Verband der deutschen Büchsenmacher und Waffenfachhändler sagt, dass nach den Terroranschlägen der letzten Monate und nach der Silvesternacht ein erheblicher Anstieg der Verkaufszahlen bemerkbar gewesen sei. Es gebe Hinweise darauf, dass solche dramatischen Ereignisse häufig zu ansteigenden Verkaufszahlen sogenannter Abwehrmittel wie Pfefferspray oder Schreckschusswaffen führten.

Die Zahl der Anträge auf den “kleinen Waffenschein” hat sich nach Angaben der Kölner Polizei im Vergleich zum Vorjahr vervielfacht. Während es im gesamten vergangenen Jahr 547 Anträge gab, gingen seit Jahresbeginn 2016 bis jetzt schon 3746 Anträge ein. Davon wurden alleine 726 zwischen Juni und August gestellt.

Spüren Kampfsportvereine das Interesse von Frauen an Selbstverteidigung?

“Nach Silvester sind die Anmeldungen um etwa 80 Prozent gestiegen, inzwischen sind sie wieder auf dem Ursprungsniveau”, sagt Josef Werner von der Kampfsportschule Silla. Hohe Klickzahlen auf der Homepage wiesen aber auf ein dauerhaft starkes Interesse hin. Ali Yalcin, Trainer des Kampfsport-Centers Köln, sagt: “Das große Interesse von Mädchen und Frauen hält bei uns seit Silvester an und steigt sogar.” Viele kämen aber nur kurz und blieben nicht dabei.

Foto: Worring
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