Ermittlungen nach Vorfällen im Offenburger Hallenbad eingestellt

Die Ermittlungen gegen einen 30-Jährigen, der sechs Kinder im Offenburger Hallenbad belästigt haben soll, wurden eingestellt. Laut Staatsanwaltschaft war der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs nicht erfüllt.

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Wegen angeblicher sexueller Belästigung von sechs Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren im Offenburger Hallenbad hat die Staatsanwaltschaft seit April gegen einen Asylbewerber ermittelt. Jetzt wurden die Ermittlungen gegen den 30 Jahre alten afghanischen Staatsangehörigen eingestellt. Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Montag erfüllen die von den Kindern geschilderten und dem Mann zur Last gelegten Handlungen den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern nicht.

 Auslöser der Ermittlungen war ein Vorfall, der sich, wie berichtet, am Abend des 8. April im Nichtschwimmerbecken des Offenburger Hallenbades zugetragen haben soll. Der 30-Jährige Afghane, der in einer Offenburger Flüchtlingsunterkunft wohnte, soll sich von insgesamt sechs Kindern – fünf Mädchen und einem Jungen – im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren genähert haben. Nach den polizeilichen Ermittlungen und den Angaben der betroffenen Kinder wurde dem Beschuldigten zur Last gelegt, er habe einzelne der Kinder umarmt, diese am Po, an den Oberschenkeln und am Bauch berührt, einem Kind in den Po gekniffen, einem Mädchen das Bikinioberteil nach unten gezogen und versucht, einem Mädchen mit der Hand in den Schritt zu fassen. Die Ermittlungen und insbesondere Befragungen weiterer Zeugen haben ergeben, teilt die Staatsanwaltschaft Offenburg nun mit, dass den von den Kindern beschriebenen Handlungen eine Beteiligung des Beschuldigten an Ballspielen der Kinder vorausgegangen war. Der Beschuldigte habe sämtliche ihm zur Last gelegten Handlungen bestritten.
“Hinsichtlich des Vorwurfs einer versuchten Berührung im Genitalbereich konnte nicht mit der erforderlichen Gewissheit festgestellt werden, dass es sich um eine Handlung mit Sexualbezug handelte, da nach den Zeugenangaben nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Beschuldigte lediglich nach einem Ball gegriffen hat, der sich vor dem Genitalbereich des Kindes befand”, so Staatsanwalt Kai Stoffregen, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft Offenburg in einer Mitteilung. Die übrigen Handlungen seien von der Staatsanwaltschaft nicht als so erheblich eingestuft worden, dass eine Strafbarkeit vorliege. Die Staatsanwaltschaft habe sich dabei auch auf die ständige Rechtssprechung des Bundesgerichtshofes bezogen. Klargestellt wird zudem: “Auch sonstige Straftatbestände erfüllte das Verhalten des Beschuldigten nicht.”

Anzeige erstattet hatte im zurückliegenden April eine aus Neuried stammende Mutter von zwei damals zwölf Jahre alten Zwillingsmädchen. Sie hatte den Vorfall nicht nur unter anderem über Facebook bekannt gemacht, sondern war erst am vergangenen Donnerstag ausführlich auch in der NDR-Fernsehsendung Panorama zu Wort gekommen. Die Einstellung des Verfahrens war damals freilich noch nicht bekannt.

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